Weiterbildung: Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK)

Du möchtest in der Pflege arbeiten, ohne drei Jahre in eine Ausbildung zu investieren? Dann bietet eine Weiterbildung der Malteser bzw. der Industrie- und Handelskammern eine gute Alternative, um bereits nach kurzer Zeit in den Beruf einzusteigen und grundlegende pflegerische Tätigkeiten ausüben zu können.

In Deutschland benötigen aktuell mehr Menschen Pflegedienstleistungen als examinierte Pflegekräfte leisten können. Um diesem Mangel entgegenzuwirken und die Situation zu entschärfen, gründete die Deutsche Industrie- und Handelskammer gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst die berufsqualifizierende Weiterbildung zur „Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK)“, welche sich an alle Interessenten richtet, die in der Pflege arbeiten möchten, ohne dafür eine dreijährige Berufsausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger zu absolvieren.

Der Lehrgang baut auf einer Qualifikation zum Pflegediensthelfer bzw. zur Schwesternhelferin auf (eignet sich aber für Quereinsteiger) und vermittelt den Teilnehmern alle Kenntnisse, die sie zur Ausübung von grundlegenden pflegerischen Tätigkeiten berechtigen. Dabei geht es hier allerdings weniger um medizinische, als vielmehr um menschliche und betreuende Dienstleistungen, welche die Lebensqualität der Patienten langfristig erhalten und verbessern sollen.

Alle Infos zur Weiterbildung Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK)

Weiterbildung zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK): Inhalte

Der Lehrgang zur „Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK)“ ist relativ praxisnah aufgebaut und vermittelt seinen Teilnehmern in erster Linie alle medizinischen und pflegerischen Grundkenntnisse, die sie brauchen, um Tätigkeiten und Dienstleistungen an pflegebedürftigen Menschen auszuüben. Sie lernen außerdem, wie sie ihre Patienten im Alltag unterstützen können und diesen nicht nur beratend, sondern auch menschlich zur Seite stehen können.

Der Lehrgang besteht aus den fünf übergeordneten Bereichen „Demenziell veränderte Menschen verstehen und begleiten“, „Hauswirtschaft und Ernährung“, „Aktivierung von Senioren“, „Palliativbegleitung“ sowie „Betriebswirtschaftliche Grundlagen“, welche unter anderem Module wie 

  • Grundlagen der gesunden Ernährung
  • Ernährung von älteren Menschen
  • Ernährung demenziell veränderter Menschen
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Grundlagen Hygiene und Handhygiene
  • Unter- und Überernährung und die Folgen
  • Grundlagen der Reinigung
  • Verschiedene Formen der Demenzerkrankung
  • Grundlagen der Validation
  • Unterstützung der Angehörigen
  • Biografiearbeit
  • Aktivierung von Senioren
  • Begleitung von sterbenden Menschen
  • Grundlagen Palliative Care
  • Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
  • Altersvorgänge und Krankheit im Alter
  • Haushaltspflege
  • Beschäftigungsangebote und Bewegungsförderung
  • Rechtliche Aspekte
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Aufbau- und Ablauforganisationen in Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens

beinhalten. Eine vollständige Übersicht kannst du entweder auf der Homepage des jeweiligen Lehrgangsanbieters oder auf Nachfrage bei deren Studienberatung erhalten.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Wer einen Platz in einem Lehrgang zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen möchte, muss im Vorhinein einige Voraussetzungen erfüllen: Dazu gehören neben einer mindestens einjährigen Berufserfahrung auch der Nachweis einer pflegefachlichen Vorqualifikation (mindestens auf dem Niveau eines Schwestern- oder Pflegehelfers mit 120 Stunden Theorie und 80 Stunden Praktikum) sowie Erfahrung in der Pflege oder Betreuung von Kindern, Jugendlichen oder Senioren. Auch gute Deutschkenntnisse sind gefragt; diese müssen mindestens auf dem Level B1-B2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens sein.

Persönliche Voraussetzungen

Wer gerne mit Kindern, Jugendlichen oder alten Menschen arbeitet, ist im Beruf der Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen richtig. Um diesen erfolgreich auszuüben und ein bestimmtes Maß an „Job-Satisfaction“ zu erlangen, solltest du allerdings ein paar Eigenschaften wie Geduld, Nervenstärke, Empathie und Sozialkompetenz mitbringen. Abgerundet wird das optimale Persönlichkeitsprofil durch gute kommunikative Fähigkeiten und einen Schuss Kreativität.

Dauer und Verlauf

Die Weiterbildung zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK) besteht aus zwei aufeinander folgenden Teilen: Der Teilnahme an einem vorbereitenden Lehrgang und einer abschließenden Prüfung, die sich aus mehreren Teilen zusammensetzt.

  1. Der Lehrgang selbst kann an verschiedenen Instituten und in unterschiedlichen Formen absolviert werden und hat je nach Anbieter und Organisationsform eine Länge von wenigen Monaten bis hin zu einem Jahr. Er besteht aus fünf vorgebebenen Modulen, die nacheinander absolviert werden müssen. Nach dem Abschluss des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer in der Regel ein institutsspezifisches Zertifikat; dieses berechtigt sie allerdings noch nicht, den Titel „Fachkraft für Gesundheit- und Sozialdienstleistungen (IHK)“ zu tragen und die entsprechende Tätigkeit auszuüben.

  2. Bevor man beruflich richtig durchstarten kann, muss man nämlich erst noch die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ablegen. Diese baut auf dem im Lehrgang erworbenen Fachwissen auf und besteht aus einer Projektarbeit und einem mündlichen Test. Außerdem müssen alle Prüflinge nachweisen, dass sie vor der eigentlichen Prüfung erfolgreich an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben.

Weiterbildungsformen

Die Weiterbildung zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK) ist in der Regel als Präsenz-Lehrgang organisiert. Während manche Institute Vollzeitunterricht anbieten, setzen andere hingegen auf die berufsbegleitende Variante und halten ihre Unterrichtseinheiten entweder halbtags oder an den Wochenenden ab; das ermöglicht es auch Berufstätigen, an den Lehrgängen teilzunehmen, ohne ihren Job und damit ihr Einkommen aufzugeben.

Eine weitere Alternative bietet übrigens auch ein Fernstudium; hier kann man alle Unterrichtsmaterialien ganz bequem über das Internet herunterladen und sich diese dann im räumlich und zeitlich flexiblen Selbststudium aneignen. Man kann also selber entscheiden, was man wann lernen möchte, so dass sich dieses Modell perfekt für alle eignet, die nicht die Möglichkeit haben, regelmäßig an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen und sich ihre Zeit lieber selbst einteilen. Gleichzeitig braucht man deswegen aber auch eine Menge Disziplin, da man auf die Unterstützung von Kommilitonen und Dozenten verzichten und sich immer wieder alleine zum Lernen motivieren muss. Gerade neben einem Vollzeitjob kann das eine ganz schöne Doppelbelastung sein, die man nicht unterschätzen sollte.

Anerkennung

Abschlüsse der Industrie- und Handelskammer genießen deutschlandweit einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, da sie viele berufspraktische Kenntnisse vermitteln. Aus diesem Grund werden sie von vielen sogar mit dem Abschluss einer Fachhochschule oder -akademie verglichen. Da die Prüfungen bundesweit standardisiert sind, wissen potentielle Arbeitnehmer darüber hinaus genau, welche Kenntnisse und Handelskompetenzen sie bei den Bewerbern mit einem IHK-Zertifikat voraussetzen können und dass ein bestimmter Standard vorausgesetzt werden kann.

Karriere nach der Weiterbildung

Nachdem du deine Weiterbildung zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK) erfolgreich abgeschlossen hast, kannst du im Prinzip direkt in den beruflichen Alltag einsteigen. In diesem arbeitest du in der Regel eng mit examinierten Pflegekräften zusammen und assistierst bei verschiedenen Pflegedienstleistungen und Tätigkeiten. Dazu gehört zum Beispiel die Körperpflege der Patienten, die Zubereitung der Mahlzeiten, Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen und Handreichungen im Haushalt, die Umsetzung von beschäftigungstherapeutischen Maßnahmen oder die Austeilung von Medikamenten. Dabei kommen Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sowohl in Pflegeheimen und Krankenhäusern als auch bei ambulanten Pflegediensten und im persönlichen häuslichen Umfeld der Patienten zum Einsatz.

Gehalt

Und wie sieht es mit dem Gehalt der Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen aus? Da du mit diesem Abschluss keine examinierte Pflegekraft bist, musst du in der Regel auch mit etwas weniger Gehalt rechnen. Diese verdienen je nach Bundesland, Größe der Einrichtung und der individuellen Berufserfahrung im Durchschnitt zwischen 1.700 und 2.200 Euro im Monat. An diesen Werten kannst du dich also in der Gehaltsverhandlung orientieren.

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