Finanzierung des Pflegestudiums

Ein Studium ist immer eine gute Investition in die Zukunft – aber auch eine kostspielige. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Studienfinanzierung! Vielleicht findest du mit unseren Tipps ja noch eine Option, die du nicht auf dem Schirm hattest.

Ausgaben von Studierenden

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – dieses alte Sprichwort lässt sich meist auch getrost auf die Studienzeit anwenden. Ein Pflegestudium kann nämlich ganz schön teuer sein. Nur die wenigsten Studenten haben die Mittel, um dieses ganz alleine und ohne Unterstützung zu finanzieren. Zu den alltäglichen Kosten gehören hier nicht nur mögliche Studiengebühren, sondern auch Lebenshaltungskosten wie zum Beispiel Miete, Kosten für Lebensmittel und Kleidung, Kommunikation, Krankenkasse und die Anschaffung von Studienmaterialien. Da kommt schon mal schnell eine gute Summe zusammen: Laut der aktuellsten Erhebung des deutschen Studentenwerks haben Studenten durchschnittliche Ausgaben von rund 570 - 1.100 Euro im Monat.

Um diese Beträge aufzubringen, greifen die Studierenden auf unterschiedliche Finanzierungsmodelle zurück: Rund die Hälfte nimmt die Unterstützung ihrer Eltern in Anspruch, ein Drittel geht jobben und knapp 15 Prozent erhalten BAföG. Die meisten verlassen sich aber nicht nur auf eine Option, sondern mixen die verschiedenen Optionen.

Die Finanzierungsmöglichkeiten

Viele Pflegestudenten studieren berufsbegleitend. Das ist eine große Belastung, hat aber den Vorteil sich finanziell in der Studienzeit über Wasser halten zu können. Diejenigen, die in Vollzeit studieren oder trotz einer Berufstätigkeit noch eine Finanzspritze brauchen, sollten folgende Optionen für sich überprüfen:

1) Finanzierung durch die Familie

In den meisten Fällen ist die Familie der erste Ansprechpartner, wenn es um das Thema Studienfinanzierung geht. Um den Sprösslingen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, sind die meisten Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten durchaus bereit, etwas tiefer in die Tasche und damit dem Studierenden unter die Arme zu greifen.

Wie hoch die Unterstützung ausfällt, hängt dabei aber ganz vom individuellen Fall ab. Während manche Familien ihren Kindern das Pflegestudium komplett finanzieren, übernehmen andere nur einen Teil oder überlassen zum Beispiel das Kindergeld. Dieses beträgt aktuell zwischen 190 - 221 Euro pro Monat; ein gesetzlicher Anspruch besteht bis zu deinem 25. Lebensjahr. Eine Einkommensgrenze für dich gibt es nicht (mehr).

Solange du in der Ausbildung bist oder berufsbegleitend studierst, haben deine Eltern Anspruch auf das Kindergeld. Dieser würde erst entfallen, wenn du Einkünfte aus einer Selbstständigkeit erzielst. Es ist übrigens üblich, dass das Kindergeldamt im Verlauf des Studiums Leistungsnachweise sehen will, um zu sehen, ob du auch ernsthaftig studierst. Wenn du die Option Kindergeld bisher noch nicht in Erwägung gezogen hast, wird es Zeit sich bei der Familienkasse zu erkundigen. Weiterführende Infos erhältst du unter www.kindergeld.org.

2) BAföG

Deine Familie hat nicht das nötige Kleingeld, um dein Pflegestudium zu finanzieren? In diesem Fall solltest du überprüfen, ob du als Kandidat für das sogenannte BAföG in Frage kommst. Dieses wird im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetz an alle ausgezahlt, die sich ein Studium sonst nicht leisten könnten und soll dementsprechend für mehr Chancengleichheit auf dem Bildungsmarkt sorgen.

Einen monatlichen Festbetrag gibt es allerdings auch hier nicht. Wie hoch das BAföG ausfällt, hängt immer von der individuellen finanziellen Situation des Antragstellers und dessen Familie ab. Neben dem monatlichen Einkommen werden hier auch andere Vermögenswerte, wie zum Beispiel Ersparnisse mit einberechnet. Der maximale Förderungsbetrag liegt im Moment bei 735 Euro monatlich. Ein besonderer Vorteil: Das BAföG muss nur zur Hälfte und nur bis zu einer Summe von maximal 10.000 Euro zurückgezahlt werden. Die andere Hälfte trägt der Staat, was das BAföG im Vergleich zu einem Studienkredit deutlich attraktiver macht. Auf der Webseite zum Bundesausbildungsförderungsgesetz kannst du die genauen Bedingungen nachlesen.

Übrigens, für viele Pflegestudenten kommt auch elternunabhängiges BAföG in Frage. Dieses steht nämlich jedem zu, der bei Studienbeginn entweder mindestens 30 Jahre alt ist oder schon einige Jahre Berufserfahrung gesammelt hat. Mehr Infos zu den genauen Modalitäten gibt es unter www.bafög.de/elternunabhängig.

3) Studentenjob oder parallele Berufstätigkeit

Eine gute Möglichkeit, nicht nur Geld zu verdienen, sondern gleichzeitig auch noch berufliche Erfahrung zu sammeln, ist das Arbeiten neben dem Studium – zumindest, wenn du nicht sowieso schon berufsbegleitend studierst. Zwei Drittel aller Studierenden in Deutschland gehen im Laufe ihres Studiums jobben und tragen so selbst zur Finanzierung bei. Dabei gibt es zahlreiche verschiedene Optionen,um sich neben dem Pflegestudium etwas dazu zu verdienen: Vom Kellnern und Babysitten bis hin zu einer Teilzeitstelle in einem passenden Pflegebetrieb stehen dir alle Türen offen.

Damit dein Job dir nicht nur bei der Studienfinanzierung hilft, sondern dich auch beruflich weiterbringt, sollte er im besten Fall einen thematischen Bezug zu deinem Studium aufweisen. Ein Nebenjob im Krankenhaus ist vielleicht schwieriger zu ergattern, in Pflegeeinrichtungen, Betreutem Wohnen oder Altenheimen werden aber regelmäßig helfende Hände gebraucht. Neben der Betreuung von Pflegebedürftigen kriegst du hier Einblicke in die Abläufe einer Einrichtung (oder bleibst weiterhin im Berufsleben, wenn du vorher schon in der Pflege gearbeitet hast).

4) Stipendien

In Deutschland gibt es unzählige Anbieter von Studien- und Bildungsstipendien – da ist mit Sicherheit auch eines für dich dabei! Wenn es um das Thema Stipendien geht, zählen sich viele (angehende) Studenten von vornherein zu den aussichtslosen Kandidaten und bewerben sich deswegen erst gar nicht. Dabei gilt aber gerade hier: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Nicht alle Stipendiengeber verlangen Bestnoten und umfangreiches soziales Engagement von ihren Bewerbern. Manche setzen ganz andere Qualifikationen voraus. So gibt es zum Beispiel spezielle Stipendien für alleinerziehende Eltern, Studierende mit Migrationshintergrund etc.

Also: Informier dich und finde das Angebot, das am besten zu dir und deinen Qualifikationen passt. Ein Stipendium hat nämlich nicht nur den Vorteil, dass die geleistete finanzielle Unterstützung nicht mehr zurückgezahlt werden muss, sondern bietet auch noch umfangreiches und kostenloses Networking. Viele Anbieter können auf ein breites Kontaktnetzwerk aus ehemaligen Stipendiaten und Förderern zurückgreifen und bieten Workshops, Förderprogramme oder andere Aktionen an, die bei der späteren Jobsuche sehr hilfreich sein können.

→ Mehr zum Thema Stipendium

5) Studienkredite und -darlehen

Die Aufnahme eines Studienkredits oder -darlehens steht allen Studierenden offen und ist dementsprechend eine wichtige Option für alle, für die die Punkte 1 - 4 nicht oder nur eingeschränkt in Frage kommen.

Mittlerweile gibt es hier zahlreiche Anbieter, die miteinander konkurrieren – dementsprechend werden auch die Modalitäten für die Kreditnehmer immer besser. Da es zwischen den verschiedenen Anbietern und Kreditformen aber große Unterschiede geben kann, solltest du dich vor deinem entgültigen Entschluss trotzdem immer gründlich informieren: Wie hoch ist der Zinssatz, wie lange hast du Zeit, das Geld zurückzuzahlen und und und... All diese Informationen findest du in der Regel auf der Webseite des jeweiligen Anbieters oder kannst sie in einem Gespräch mit einem professionellen Berater besprechen.

Eine beliebte Kreditoption ist übrigens auch ein Bildungskredit nach dem Bildungskreditprogramm des Bundes (bva.bund.de) oder ein Studienkredit der KfW Bank (→ Bildungskredit KfW Bank). Beide bieten relativ niedrige Zinssätze, hohe Auszahlungssummen und lange Tilgungszeiträume.

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