Pflege-Fernstudium ohne Abitur

Du möchtest dir durch ein Pflege-Fernstudium neue berufliche Perspektiven eröffnen, bringst aber kein Abitur oder Fachabitur mit? Kein Problem, denn mittlerweile lässt die überwiegende Mehrheit der deutschen Fernlern-Institute und -Hochschulen auch Bewerber zu, die sich durch alternative Abschlüsse oder Leistungen qualifizieren. Welche das genau sind und was es sonst noch zu beachten gibt, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Immer mehr Menschen studieren heutzutage ohne Abitur; möglich macht das eine im März 2009 veröffentlichte Entscheidung der Kultusministerkonferenz, in welcher beschlossen wurde, dass akademische (Weiter-)Bildung verstärkt auch Bewerbern ohne höheren Schulabschluss zugänglich gemacht werden soll. Diese Empfehlung ist mittlerweile so gut wie überall in Deutschland umgesetzt worden und hat dazu geführt, dass der Anteil von Studierenden ohne (Fach-)Abitur stetig zunimmt: Laut aktuellen Zahlen waren im März 2016 rund 50.000 Menschen an deutschen Hochschulen eingeschrieben, die sich über einen beruflichen Abschluss oder einen anderen Leistungsnachweis für einen Studienplatz ihrer Wahl qualifiziert haben. Wie die folgende Grafik verdeutlicht, sind das mittlerweile fast zwei Prozent aller Studierenden.

Anteil der Studierenden ohne Abitur oder Fachabitur an deutschen Hochschulen

Balkendiagramm

Berechnungen des CHE auf Basis von Daten des Staatlichen Bundesamtes | Quelle: faz.de

Das gleichzeitig auch Fernstudienmodelle immer beliebter werden, zeigt sich übrigens daran, dass ein immer größer werdender Teil dieser 50.000 mittlerweile in Teilzeit statt in Vollzeit studiert. Aber welche Voraussetzungen muss man überhaupt mitbringen, damit man sich auch ohne Abi für einen Studienplatz in seinem Wunsch-Pflege-Fernstudium qualifiziert?

Voraussetzungen für ein Pflege-Fernstudium ohne Abitur

Es gibt unterschiedliche Wege, um auch ohne Abitur bzw. höheren Schulabschluss zu einem Pflege-Fernstudium zugelassen zu werden. Als alternative Voraussetzung erkennen nämlich so gut wie alle Institute und Hochschulen eine Kombination aus einer abgeschlossenen beruflichen Ausbildung und verschiedenen weiteren Leistungsnachweisen an.

Berufsausbildung im Gesundheitsbereich

Dabei muss die fragliche Ausbildung auf jeden Fall staatlich anerkannt sein und aus einem Bereich stammen, der in direktem Bezug zum jeweiligen Studienangebot steht. Dazu gehören im Bereich der Pflege und Gesundheit in der Regel eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder zum Altenpfleger. Je nach Studiengang und Schwerpunkt haben aber auch Hebammen oder Physio- und Ergotherapeuten die Chance auf einen Studienplatz.

Weitere Kriterien

Die Berufsausbildung stellt allerdings lediglich die erste und grundlegendste Qualifikation dar. Bevor du zum Pflege-Fernstudium zugelassen wirst, musst du in der Regel noch mindestens einen der folgenden Leistungsnachweise erbringen:

  1. Viele Studiengänge fordern neben dem Abschluss auch noch ein bestimmtes Maß an beruflicher Erfahrung; in der Regel müssen die Bewerber deswegen nachweisen, dass sie mindestens zwei bis drei Jahre in ihrem jeweiligen Beruf oder aber einem fachlich entsprechenden Bereich tätig waren und hier entsprechende Erfahrungen gesammelt haben. Manche Anbieter unterscheiden zwischen einer Voll- und Teilzeittätigkeit, in der Regel wird allerdings eine Stelle mit einem Umfang von 40 Stunden pro Woche vorausgesetzt.

  2. Eine Aufstiegsfortbildung stellt eine weitere Möglichkeit dar, um sich auch ohne Abi für ein Pflege-Fernstudium zu qualifizieren. Als Aufstiegsfortbildung gelten alle Abschlüsse, die man in einer landesrechtlich geregelten Fortbildung erwerben kann und die den Absolventen im Folgenden für eine Stelle mit größerem Verantwortungsbereich qualifiziert. Dazu gehören zum Beispiel Abschlüsse wie der Meister, der Fachwirt oder der Fachkaufmann.

  3. Um sicherzugehen, dass sich Bewerber ohne Abitur auch wirklich für ein akademisches Pflege-Fernstudium eignen, führen manche Hochschulen ein sogenanntes Probe-Studium durch. Dieses erstreckt sich in der Regel über ein bis zwei Semester und läuft folgendermaßen ab: Der Bewerber schreibt sich vorläufig in den Pflege-Fernstudiengang seiner Wahl ein, erhält die entsprechenden Lehrunterlagen und besucht, genauso wie seine ordentlich eingeschriebenen Kommilitonen, die entsprechenden Präsenzveranstaltungen. Dabei muss er in einer bestimmten Zeitspanne eine gewisse Menge Credits erreichen, die er durch das Schreiben von Hausarbeiten oder dem Absolvieren von Klausuren sammeln kann. Ist ihm das erfolgreich gelungen, hat der Bewerber seine Eignung ausreichend bewiesen und wird dementsprechend als ordentlicher Student ins Pflege-Fernstudium aufgenommen.

Diese Möglichkeiten sind die drei häufigsten Varianten, welche Hochschulen für Bewerber ohne höheren Schulabschluss anbieten. Das bedeutet aber nicht, dass sie nur in dieser Form vorkommen oder die einzigen sind. So kann es zum Beispiel sein, dass manche Hochschulen die verschiedenen Qualifikationsansprüche miteinander kombinieren und sowohl berufliche Erfahrung als auch ein Probe-Studium fordern. Andere Anbieter verlangen hingegen keine der oben genannten Voraussetzungen, sondern setzen lieber auf individuelle Eignungstests oder ein persönliches Motivationsgespräch. Wegen dieser hohen Varianz empfiehlt es sich, sich am besten immer frühzeitig über die verschiedenen Zulassungsvoraussetzungen und entsprechenden Deadlines zu informieren. Das geht am besten über die Homepage der jeweiligen Hochschule oder über qualifizierte Ansprechpartner bei der Studienberatung. 

Pflege-Fernstudium ohne Abitur: Den richtigen Anbieter finden

Wie schon angesprochen, ist die Option des Studierens ohne Abitur heutzutage an den meisten deutschen (Fern-)Hochschulen Standard. Das bedeutet, dass man auch als Bewerber ohne Abi (aber mit einer der oben genannten Qualifikationen) die Qual der Wahl hat, wenn es um das richtige Institut und den passenden Pflege-Studiengang geht.

Anbieter finden

Eine erste Übersicht über die vielen verschiedenen Studienangebote bietet dir zum Beispiel unsere umfassende Datenbank, in der nicht nur Präsenz-Hochschulen, sondern auch zahlreiche Fernlern-Institute und Anbieter aufgelistet sind. Deine endgültige Entscheidung solltest du letztendlich aber vor allem von zwei Faktoren abhängig machen: den konkreten Studieninhalten und der jeweiligen Organisationsform. Erstere können sich auch bei Studiengängen gleichen Namens deutlich voneinander unterscheiden und zum Beispiel ganz unterschiedliche Schwerpunkte umfassen. Das ist vor allem bei den Pflegewissenschaften bzw. dem Pflegemanagement der Fall.

Lehrpläne vergleichen

Damit du den Studiengang findest, der am besten zu deinen persönlichen Interessen und deiner beruflichen Zielsetzung passt, solltest du also immer im Vorhinein verschiedene Lehrpläne miteinander vergleichen, welche du in der Regel auf der Homepage der jeweiligen Hochschule finden kannst.

Organisationsform prüfen

Ebenso wichtig ist es allerdings, dass du ein Pflege-Fernstudium findest, welches sich auch organisatorisch mit deiner Berufstätigkeit vereinbaren lässt. Je nach Hochschule kann der Ablauf des Fernunterrichts nämlich ganz unterschiedlich sein und verschieden viele Präsenzveranstaltungen oder auch Praktika beinhalten, welche zu unterschiedlichen Zeiten (zum Beispiel in den Abendstunden der Werkwoche, an den Wochenenden oder als Blockunterricht) abgehalten werden. Wirf deswegen auf jeden Fall rechtzeitig einen Blick auf den Studienverlaufsplan deiner Wunsch-Hochschule und stelle gemeinsam mit deinem Arbeitgeber sicher, dass dir die Teilnahme an den geplanten Veranstaltungen und Vorlesungen auch wirklich möglich ist.

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