Uni, FH oder Akademie: Wo soll ich Pflege studieren?

Eine Übersicht über die verschiedenen Hochschularten

Hast du dich endlich für ein Pflegestudium entschieden, stellt sich direkt die nächste Frage: Wo soll ich studieren? An der Uni, der Fachhochschule oder doch lieber an einer privaten Akademie? Und welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen den verschiedenen Hochschulformen? Der folgende Artikel bringt Klarheit.

Die Wissenschaftler gehen an die Uni, die Praktiker zieht es an die Fachhochschule: Lange wurden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Hochschultypen so zusammengefasst. Seit der Einführung des Bachelor-Master-Systems ist diese Aufteilung allerdings hinfällig geworden: Mittlerweile bereiten Pflege-Studiengänge an der Universität genau so auf den praktischen Berufseinstieg vor wie ihre Pendants an der Fachhochschule. Und ein FH-Bachelor berechtigt andersherum zu einem Masterstudium an der Uni und einer darauf aufbauenden wissenschaftlichen Karriere. Das wird auch bei den Abschlüssen deutlich. Wurden Fachhochschul-Abschlüsse früher immer mit dem Zusatz „FH“ versehen, um deutlich zu machen, an welcher Hochschulart diese erworben wurden, erhalten Studierende heutzutage sowohl an der Universität als auch an der FH den Bachelor und Master und können nach dem ersten akademischen Abschluss einfach zwischen beiden Hochschulformen wechseln.

Aber nicht nur formal sind sich Hochschule und Fachhochschule in den letzten Jahren ähnlicher geworden. Mittlerweile eröffnen sich Absolventen beider Hochschultypen auch mehr oder weniger die gleichen Berufschancen. Galt die FH vielen Arbeitgebern früher als „die kleine Schwester“ der Uni und die Abschlüsse dementsprechend als weniger hochwertig, hat sich diese Einstellung mittlerweile geändert. Je nach Branche und Arbeitgeber kann es sogar sein, dass den FH-Absolventen auf Grund ihrer größeren praktischen Erfahrung in der freien Wirtschaft der Vorzug gegeben wird. Gerade in der Pflege, wo es auf den Praxisbezug ankommt, ist ein FH-Studium überhaupt kein Nachteil. Die Fachhochschulen nehmen sogar den größten Teil des Angebots an Pflege-Studiengänge ein.

Einige Unterschiede gibt es aber natürlich trotzdem noch. Und dann ist da ja auch noch die Akademie, an der man ebenfalls Pflege studieren kann. Wo die konkreten Unterschiede liegen, erläutern wir dir deswegen in der folgenden Übersicht.

Alle Universitäten, Fachhochschulen und Akademien

In unserer großen Datenbank findest du alle Pflege-Studiengänge, die in Deutschland angeboten werden auf einen Blick – egal, ob an Uni, FH oder Akademie.

Pflegestudium finden

Pflegestudium an einer Universität

Pflege an der Uni studieren

Das Angebot an Pflege-Studiengängen verteilt sich zwar in erster Linie auf die Fachhochschulen und privaten Institutionen, aber auch einige Universitäten sind darunter, insbesondere die Technischen Universitäten, deren Studiengänge sich durch einen großen Praxisbezug auszeichnen. Ihr Studienangebot konzentriert sich vor allem auf die Pflegewissenschaften, Pflegepädagogik und Gerontologie. Ein anderes Merkmal des universitären Studienangebots ist die Studienform: Der Großteil der Studiengänge wird in Vollzeit oder als duales Studium angeboten.

Zulassung

Universitäten gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz als höchste Bildungseinrichtungen und setzen dementsprechend auch die striktesten Voraussetzungen für die Aufnahme voraus. Um hier die Chance auf einen Pflege-Studienplatz zu erhalten, muss man in der Regel das Abitur bzw. die Matura mitbringen. Allerdings haben die letzten Jahre auch hier zu einigen Änderungen geführt. Gerade im Pflege-Bereich erkennen mehr und mehr Universitäten mittlerweile nicht nur mehr schulische, sondern auch berufliche Qualifikationen wie zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung aus dem pflegerisch-gesundheitlichen Bereich für die Zulassung an, die im Pflegebereich sowieso oft Bedingung für die Zulassung ist. Oft fordern die Unis von den Bewerbern, die Pflege ohne Abitur studieren möchten, noch zusätzliche Voraussetzungen, wie zum Beispiel ein bestimmtes Maß an beruflicher Erfahrung oder das Absolvieren eines bestimmten Eignungstests.

Eine Frage der Organisation

Im Gegensatz zur Fachhochschule ist das Universitätsstudium deutlich weniger strukturiert und verlangt dementsprechend mehr Selbstorganisation, Disziplin und Eigenmotivation. Natürlich besuchst du zwar auch hier regelmäßig Vorlesungen, Seminare und andere Veranstaltungen; den größten Teil der Studieninhalte musst du dir aber trotzdem im vor- und nachbereitenden Selbststudium aneignen. Der Lernerfolg wird dabei nicht von deinen Dozenten überprüft; wie erfolgreich du wirklich warst, erfährst du erst, wenn du die Ergebnisse deiner Klausur oder deiner Hausarbeit erhältst.

Zusätzlich ist der Lehrplan an der Uni meist etwas flexibler und weniger fest vorgegeben als an der FH. Der Vorteil ist ein deutlich individuellerer Pflege-Stundenplan, den du selbst mitgestalten kannst, indem du dich für Veranstaltungen deiner Wahl einschreibst und so persönliche Schwerpunkte setzt.

Eigenverantwortung fördert persönliche Entwicklung

Zu den Nachteilen gehört es, dass du diesen aber in der Regel selbst organisieren musst und dich zum Beispiel immer eigenständig darum kümmern musst, Anmeldefristen einzuhalten. Ein Universitätsstudium geht dementsprechend mit einem sehr hohen Maß an Eigenverantwortung einher.

Das wirkt sich auch auf die persönliche Entwicklung von Uni-Studenten aus. Diesen wird sowohl ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Organisationsgeschick nachgesagt als auch die Fähigkeit, Probleme schnell und zielstrebig zu lösen – Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt sind und sich im Vorstellungsgespräch immer gut anbringen lassen. Vielleicht ist es deswegen auch so, dass Absolventen eines Uni-Pflegestudiums im Durchschnitt immer noch ein bisschen mehr verdienen als ihre Kollegen mit einem entsprechenden Fachhochschulabschluss.

Alle Universitäten auf einen Blick

In unserer großen Datenbank findest du alle Pflege-Studiengänge, die in Deutschland angeboten werden auf einen Blick – natürlich auch die an Universitäten!

Pflegestudium finden

Pflegestudium an einer Fachhochschule

Pflege an der FH studieren

Die meisten deutschen Pflegestudiengänge werden an Fachhochschulen angeboten (die sich heute oft einfach nur noch "Hochschule" nennen). Warum? Weil das Studium der Pflege von seinem Wesen her einen großen Praxisbezug hat und dieser traditionell an Fachhochschulen großgeschrieben wird. Es hat schließlich einen Grund, warum eine vorangegangene Pflege-Ausbildung so häufig Zulassungsvoraussetzung für ein Pflegestudium ist. 

Zulassung mit Fachabitur

Um für ein Pflegestudium an der FH zugelassen zu werden, braucht man aber im Gegensatz zur Universität nicht zwingend das Abitur, sondern "nur" die Fachhochschulreife, die man nach dem Beenden der 12. Klasse und dem Absolvieren eines entsprechenden Praktikums erhält. Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, kann allerdings unter bestimmten Bedingungen auch ohne Fachabi zugelassen werden (hier mehr dazu).

Praxisnähe und Netzwerke

Zurück zur Praxisnähe: Im Gegensatz zur Uni sind Pflege-Studiengänge an der FH sehr stark an der Praxis ausgerichtet. Sehr viele Studiengänge sind ohnehin berufsbegleitend konzipiert.

In diesem Zusammenhang ist es auch von Vorteil, dass die Dozenten an der FH oft selbst aus der Pflege kommen und sich dementsprechend gut im Berufsalltag und in der Pflegebranche auskennen. Ihr gutes Kontaktnetzwerk kann übrigens auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder einer Anstellung hilfreich sein.

Feste Strukturen und kleinere Lerngruppen

Auch sind Studiengänge an der Fachhochschule deutlich verschulter als an den Universitäten; die Reihenfolge und Anzahl der zu absolvierenden Module ist in der Regel ganz klar vorgegeben und folgt einem bestimmten Schema. Gerade bei berufsbegleitenden Studiengängen ist das der Fall, eine freie Studienorganisation ist hier kaum möglich, schließlich findet der Unterricht ja nur in einem begrenzten Zeitrahmen statt. Das führt dazu, dass das Pflegestudium an der FH dir zwar weniger individuelle Wahlmöglichkeiten lässt, aber gleichzeitig auch deutlich weniger organisatorischen Aufwand bedeutet.

Das erleichtert das Studieren vor allem für die, die gerne mit Vorgaben und unter Anleitung lernen und Mühe haben, sich außerhalb fester Strukturen zum Arbeiten zu motivieren. Hilfreich sind in diesem Kontext auch die kleinen Klassengrößen; während sich in einer Uni oft mehrere hundert Studenten in eine Vorlesung drängen, hat eine durchschnittliche FH-Klasse in der Regel nicht mehr als 30 - 40 Studierende. Das macht es einfacher, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen und ein enges Betreuungsverhältnis zu den Dozenten aufzubauen.

Alle Fachhochschulen auf einen Blick

In unserer großen Datenbank findest du alle Pflege-Studiengänge, die in Deutschland angeboten werden auf einen Blick – inkl. aller Fachhochschulen.

Pflegestudium finden

Pflegestudium an einer Akademie

Wenn man im Kontext eines Pflegestudiums von einer Akademie spricht, ist in der Regel immer eine Berufsakademie gemeint. Der Unterricht an solch einer Akademie ist Teil eines dualen Pflegestudiums, das einen Bachelor-Abschluss mit einer Ausbildung in einem pflegerisch-gesundheitlichen Beruf verbindet.

Die Berufsakademie übernimmt hier den theoretischen Teil der praktischen Ausbildung und lässt sich dementsprechend mit einer (akademischen) Berufsschule vergleichen. Einen Master kann man an einer (Berufs-)Akademie übrigens nicht absolvieren; wer Interesse an diesem akademischen Grad hat, muss nach dem Abschluss des Bachelors an der Akademie an eine Fachhochschule oder Universität wechseln und hier weiterstudieren.

Mehr zum Dualen Pflegestudium

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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