Pflegewissenschaft-Studium

Du interessierst dich für ein Pflegestudium? Hier findest du alle Infos rund um die Inhalte, Voraussetzungen, Dauer und Organisation des Pflegewissenschaft-Studiums sowie zu den Karriere- und Gehaltsaussichten von studierten Pflegewissenschaftlern.

Das Studium der Pflegewissenschaften ist groß im Kommen, denn es leistet einen wichtigen Beitrag zur Akademisierung in der Pflege: Es soll die Studierenden in die Lage versetzen, pflegerische Strukturen zu verstehen und zu verbessern, an neuen Versorgungsstrukturen und -prozessen zu forschen und erfolgreich in leitenden Positionen in pflegerischen Einrichtungen zu arbeiten. Das Studium der Pflegewissenschaften baut häufig auf einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegefachkraft auf (nicht zwingend, aber sehr häufig Voraussetzung zur Zulassung) und ergänzt das praktische Wissen der Teilnehmer um alle relevanten theoretischen und methodischen Inhalte.

Unterschiede: Pflege, Pflegewissenschaft und Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Wer sich schon einmal mit dem Thema Pflegestudium beschäftigt hat, wird festgestellt haben, dass pflegewissenschaftliche Studiengänge auch oft unter der Bezeichnung „Pflege“ oder mit dem Namen „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ angeboten werden. Das liegt daran, dass diese Begriffe nicht klar voneinander abgegrenzt sind und deswegen von vielen Hochschulen unterschiedlich verwendet werden. Die Studieninhalte und -ziele sind aber in der Regel dieselben.

Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement?

Anders sieht es bei Studiengängen aus, die sich "Pflegemanagement" nennen. Ein Studium mit dieser Bezeichnung zielt darauf ab, die Studierenden vor allem mit den relevanten Aspekten der Betriebswirtschaft in der Pflege vertraut zu machen. Gleichzeitig werden auch klassische pflegewissenschaftliche Inhalte behandelt. Allerdings ist das Pflegemanagement auch immer Teil der Pflegewissenschaft. So kann es sein, dass du pflegewissenschaftliche Studiengänge findest, die sehr hohe Anteile an BWL- und Managementthemen aufweisen, aber genauso auch Pflegemanagement-Studiengänge, die eine starke sozialwissenschaftliche Ausrichtung haben. Es gibt sogar einige Studiengänge, die Pflegemanagement und -wissenschaften zu gleichen Teilen in einem Studium vereinen und sich dementsprechend auch Bachelor oder Master in Pflegemanagement/Pflegewissenschaften nennen.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass du dir die Studienverlaufspläne deiner Wunschhochschulen im Vorhinein genau ansiehst, um festzustellen, ob sich deine Erwartungen und Ansprüche mit dem inhaltlichen Angebot der jeweiligen Hochschule deckt. Der Name allein verrät eben nicht immer genau, was dahintersteckt.

Wusstest du, dass...

...der Anteil an über 80-jährigen in Deutschland zwischen 2010 und 2050 um mehr als 180 Prozent steigen wird?

...das Risiko der Pflegebedürftigkeit bei Menschen zwischen 60 - 80 Jahren bei knapp fünf Prozent und bei den über 80-jährigen bereits bei fast 30 Prozent liegt?

...der Internationale Tag der Krankenpflege am Geburtstag von Florence Nightingale begangen wird?

Alle Infos zum
Pflegewissenschaft-Studium

Studieninhalte

Das Studium der Pflege bzw. Pflegewissenschaften ist inhaltlich ziemlich breit aufgestellt: Neben der Pflege von alten, behinderten oder chronisch kranken Menschen lernen die Studierenden hier nämlich auch, wie Abläufe in Pflegeheimen und Krankenhäusern organisiert sind, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen die Pflege abläuft und welche betriebswirtschaftlichen Kenntnisse man zur Leitung einer Pflegeeinrichtung mitbringen muss.

In den ersten Semestern stehen meist erstmal Grundlagen aus dem Bereich der Medizin und der Biologie sowie der wissenschaftlichen Methodik auf dem Stundenplan. Die Studierenden beschäftigen sich zum Beispiel mit der menschlichen Anatomie und Physiologie, psychologischen Aspekten, der Diagnostik und den entsprechenden Pflegebehandlungen. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die Einführung in ethische und sozialrechtliche Themen.

In den höheren Semestern finden sich hingegen vor allem Module, die sich mit betriebswirtschaftlichen, rechtlichen, kommunikativen und pflegemanagementtechnischen Inhalten beschäftigen. Hier lernen die Studierenden alles über das Qualitätsmanagement, die Interaktion mit Patienten und Angehörigen, das Leiten von Pflegeeinrichtungen, die Führung von Personal und die Pflegepädagogik.

Natürlich können aber sowohl die Studienhalte als auch deren Reihenfolge je nach Studiengang und Hochschule variieren. So setzen manche Unis oder FHs den Fokus eher auf die alltägliche Pflegepraxis und die medizinischen und diagnostischen Inhalte, während andere sich eher auf die Bereiche des Pflegemanagements und der BWL konzentrieren. Darüber hinaus gibt es oft noch weitere Schwerpunkte, wie zum Beispiel die Gerontologie, die Psychologie oder die Pflegepädagogik.

Wer es also ganz genau wissen und sichergehen möchte, dass er den Studiengang findet, der am besten zu seinen Interessen und Karrierezielen passt, sollte vorher einen Blick in die konkreten Curricula der jeweiligen Uni oder FH werfen.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Wer ein Bachelorstudium der Pflegewissenschaften aufnehmen möchte, muss natürlich gewisse Voraussetzungen erfüllen. Zu diesen zählen in der Regel das Abitur oder alternativ die abgeschlossene Fachhochschulreife sowie erste Erfahrungen in einem Pflegeberuf. Einige Hochschulen verlangen eine abgeschlossene Berufsausbildung zur Pflegefachkraft mit einer Dauer von mindestens drei Jahren, manche Hochschulen gewähren den Zugang zum Studium auch über eine pflegerische Basisqualifikation, die dann gegeben ist, wenn der Bewerber mindestens seit einem Jahr in der Ausbildung zur Pflegefachkraft ist.

Außerdem lassen viele Hochschulen auch Bewerber ohne höheren Schulabschluss zu, wenn diese eine alternative Qualifikation (wie zum Beispiel mehrjährige Berufserfahrung nach der Ausbildung, das erfolgreiche Bestehen eines speziellen Zugangstests oder einer beruflichen Weiterbildung) vorweisen können. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich aber trotzdem frühzeitig über die Website oder die Studienberatung der Hochschule selbst informieren. Hier erfährst du mehr zum Pflegestudium ohne Abitur.

Persönliche Voraussetzungen

Wer in der Pflege arbeiten möchte, sollte auf jeden Fall gerne mit Menschen zu tun haben. Als studierter Pflegewissenschaftler hat man nämlich nicht nur regelmäßigen Kontakt mit den Patienten und deren Angehörigen, sondern auch mit anderen Mitarbeitern und Kollegen. Deswegen gehören neben einer hohen Kommunikationsbereitschaft und sprachlichen Kompetenz auch ein gewisses Maß an Sensibilität und Einfühlungsvermögen zum Berufsalltag. Da dieser nicht selten auch mal stressig wird, sollte man Belastbarkeit, die Fähigkeit zur Selbstorganisation und Disziplin mitbringen.

Dauer und Verlauf

Das Bachelorstudium der Pflegewissenschaften hat normalerweise eine Regelstudienzeit von sechs Semestern (also drei Jahren); manche Hochschulen bieten aber auch vierjährige Studiengänge mit mehr Semestern an. Das liegt dann häufig daran, dass viele Pflegestudiengänge berufsbegleitend absolviert werden und sich das Studium damit automatisch verlängert. Wer dual studiert, tut dies meist über neun Semester in 4,5 Jahren (mehr zum Dualen Studium Pflege hier).

Dabei stehen die ersten Semester meist ganz im Zeichen der Theorie: Hier lernen die Studierenden erst einmal das notwendige Grundwissen und die Methoden, die sie später für ihren beruflichen Alltag brauchen. In den höheren Semestern werden die Inhalte dann aber zunehmend spezifischer; hier bekommen die Studierenden dann auch die Chance, durch die Wahl von unterschiedlichen Pflichtfächern individuelle Schwerpunkte zu setzen.

Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Im vierten oder fünften Semester müssen die Studierenden normalerweise eine oder auch mehrere praktische Einheiten absolvieren. Das kann zum Beispiel eine Projektarbeit oder ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung sein.

Abgeschlossen wird das Studium der Pflegewissenschaften mit einer finalen Prüfung, die sich in der Regel aus einem mündlichen Teil sowie dem Anfertigen der Bachelorarbeit zusammensetzt. Erst nach dem erfolgreichen Bestehen hat man schließlich offiziell den akademischen Grad „Bachelor of Science“ erreicht. Bei Studiengängen mit einem besonders hohen Anteil an sozialwissenschaftlichen Anteilen kann es auch schon mal ein „Bachelor of Arts“ sein, das macht aber keinen Unterschied in der Wertigkeit des Studiums.

Studienformen

Wer Pflegewissenschaften studieren möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Studienmodellen: Pflegewissenschaften kann man nämlich in Vollzeit, dual in Verbindung mit einer Ausbildung oder berufsbegleitend im Teilzeit-Modus studieren.

Beim Vollzeit-Studium konzentrieren sich die Teilnehmer ganz auf das Studium, besuchen regelmäßige Veranstaltungen, Seminare und Vorlesungen und müssen diese in Heimarbeit vor- und nachbereiten. Zu den zu erbringenden Leistungen gehören hier zum Beispiel das Vorbereiten von Referaten, das Anfertigen von Hausarbeiten und das Schreiben von Klausuren. Praktische Erfahrungen werden in Form von vorgeschriebenen Praktika gesammelt.

Eine sehr beliebte Variante ist das duale Pflegestudium. Hier absolvieren die Studierenden parallel zum Studium die Berufsausbildung zur Pflegefachkraft, zum Beispiel zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder Kinderkrankenpfleger. Dieses Studienmodell wird immer beliebter und bietet sich gerade in der Pflege an. Deshalb findest du dazu nochmal sehr ausführliche Infos in der Rubrik Duales Pflegestudium.

Wer bereits in der Pflege beruflich tätig ist und sich mit einem akademischen Abschluss weiterqualifizieren möchte, findet ein großes Angebot an berufsbegleitenden Studiengängen. Diese werden meistens als Teilzeit-Studium angeboten. Sprich: An festen Tagen in der Woche gehst du zum Unterricht während du weiterhin in deinem Beruf arbeitest.

Ganz anders läuft hingegen ein Fernstudium der Pflegewissenschaften ab, das ebenfalls neben dem Beruf möglich ist. In diesem Modell kann das Studium von zu Hause aus und mit einer individuellen Zeiteinteilung absolviert werden. Im Fernstudium werden die Inhalte meist ganz einfach online abgerufen und dann bearbeitet. Allerdings kommt auch das Fernstudium nicht ganz ohne Präsenzveranstaltungen aus; damit sich diese aber mit einer Berufstätigkeit vereinbaren lassen, finden sie meist als Wochenend- oder Blockseminar statt. Das Angebot an Pflegewissenschaft-Fernstudiengängen mit akademischem Abschluss ist allerdings aktuell noch sehr klein.

Studieninhalte

In einem Masterstudium der Pflege bzw. Pflegewissenschaften geht es vor allem um zwei Dinge: Zum einen soll den Studierenden die Fähigkeit zur Forschung und zur wissenschaftlichen Methoden-, Theorie- und Prozessentwicklung vermittelt werden. So lernen sie unter anderem, selbst klinische Forschungsprojekte aufzubauen, zu realisieren und zu evaluieren. Zum anderen werden sie aber auch darauf vorbereitet, pflegerische Abläufe und Prozesse zu planen, zu organisieren und zu leiten und qualifizieren sich so für fachliche Führungsaufgaben.

Auf dem Stundenplan können sich dementsprechend folgende Inhalte finden:

  • Qualitative und quantitative Forschung 
  • Pflegediagnostik und –intervention 
  • Erhebungstechniken 
  • Statistik 
  • Kommunikation 
  • Praxiskonzepte 
  • Evaluation 
  • Klinisches Assesment 
  • Management 
  • Klinische Ethik 
  • Coaching und Führung 
  • Rechtliche Aspekte 

Diese Module stellen allerdings nur eine repräsentative Auswahl dar – je nach Studiengang und Hochschule können die Inhalte nämlich stark variieren. Das liegt unter anderem daran, dass manche Hochschulen den Fokus eher auf die wissenschaftlichen, andere hingegen eher auf die organisatorischen und managementtechnischen Inhalte legen.

Darüber hinaus gibt es meist außerdem noch mindestens zwei bis drei thematische Schwerpunkte, aus denen die Studierenden individuell wählen können. Das sind zum Beispiel „Pflegemanagement“, „Pflegeinformatik“, „Pflegeforschung“, „Akutpflege“ oder „Familienorientierte Pflege“. Wie beim Pflegewissenschaft-Bachelor gilt also auch hier: Vor der endgültigen Entscheidung Curricula vergleichen und so den Studiengang finden, der am besten zu den eigenen Interessen und beruflichen Zielen passt!

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Die wichtigste Vorrausetzung für die Teilnahme an einem Masterstudium der Pflegewissenschaft ist immer ein erster akademischer Abschluss. Das können zum Beispiel der Bachelor, aber auch ein Diplom oder vergleichbarer akademischer Grad sein. Diese müssen nicht zwingend pflegewissenschaftliche Abschlüsse sein, sollte aber zumindest einen engen thematischen Bezug aufweisen. So werden zum Beispiel oft auch Absolventen aus dem Bereich der Gesundheitswissenschaften zugelassen.

Außerdem setzen die meisten Hochschulen eine Berufserlaubnis in der Pflege (in der Regel in der Gesundheits-und Krankenpflege oder der Altenpflege) voraus. Je nach Anbieter können auch noch weitere zusätzliche Qualifikationen anfallen: Dazu gehören zum Beispiel eine institutsspezifische Eingangsprüfung, gute Englischkenntnisse, eine bestimmte Abschlussnote oder ein gewisses Maß an beruflicher Erfahrung nach der Ausbildung.

Persönliche Voraussetzungen

Hier gelten die gleichen Voraussetzungen, die auch schon Bachelor-Studenten der Pflegewissenschaften mitbringen sollten: Kommunikationsstärke, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit und Organisationstalent (sowohl für den eigenen Alltag als auch für betriebliche Abläufe) sind Fähigkeiten, die man für eine erfolgreiche Pflege-Karriere auf jeden Fall besitzen sollte. Da Master-Absolventen oft in leitende Positionen aufsteigen, sollten sie außerdem ein Händchen für die Personalarbeit haben und in der Lage sein, stets den Überblick über unterschiedliche Abläufe zu behalten.

Dauer und Verlauf

Wer sich für einen Master der Pflegewissenschaften entscheidet, muss je nach Hochschule und Studiengang drei bis fünf Semester Studienzeit bis zum Abschluss einplanen. Wie lange das Masterstudium konkret dauert, hängt dabei nicht nur von der individuellen Studienleistung ab, sondern auch davon, ob man sich für ein Vollzeit- oder Teilzeit-Studium entscheidet.

In den ersten beiden Semestern legen die meisten Studiengänge den Fokus erst einmal auf die wissenschaftliche Methodik und die Forschung; in den höheren Semestern werden die Inhalte dann zunehmend spezifischer. Spätestens ab dem dritten Semester müssen sich die Studierenden für einen Schwerpunkt entscheiden und die entsprechenden Veranstaltungen belegen.

Abgeschlossen wird der Pflegewissenschaften-Master mit dem Anfertigen der Masterarbeit im letzten Semester. Diese geht oft mit einem begleitenden Kolloquium einher und ist deutlich umfangreicher als die Bachelorarbeit. Hier geht es vor allem darum, zu beweisen, dass man wissenschaftlich arbeiten und argumentieren kann.

Studienformen

Das Masterstudium der Pflegewissenschaften bietet im Prinzip zwei verschiedene Optionen, um zum Abschluss zu gelangen: Entweder in Vollzeit, wo die gesamte Woche gut mit Studienveranstaltungen gefüllt ist und man wenig Zeit für eine feste Stelle hat (ein Nebenjob ist aber möglich) oder neben dem Beruf als Teilzeit-Studium (manchmal auch Abendstudium genannt).

Letzteres ist vor allem für diejenigen interessant, die ihre Tätigkeit nicht für das Studium aufgeben möchten – was in der Pflege sehr häufig der Fall ist. Noch mehr Flexibilität bietet ein Pflegewissenschaften-Fernstudium; dieses wird zum größten Teil im räumlich und zeitlich flexiblen Selbststudium absolviert, welches zwischen den verschiedenen Präsenzblöcken stattfindet. Zur Unterstützung steht den Studierenden meist eine interaktive Internetplattform zur Verfügung, auf der sie sich mit Kommilitonen und Dozenten austauschen können. Aber Achtung: Master in Pflegewissenschaft als Fernstudium sind aktuell noch Mangelware. Mit dem steigenden Angebot an Pflege-Studiengängen wird aber auch sicherlich diese Studienform in Zukunft häufiger angeboten.

62 Hochschulen, die ein Pflegewissenschaft-Studium anbieten:

Karriere nach dem Studium

Pflegewissenschaftler übernehmen nach ihrem Abschluss Jobs in den Bereichen des Pflegemanagements, der Beratung, der Aus- und Weiterbildung oder der Forschung. Dabei ergeben sich je nach persönlicher Schwerpunktlegung ganz unterschiedliche Betätigungsfelder und potentielle Arbeitgeber. Durch ihr interdisziplinär gestaltetes Studium sind sie quasi "Pflege-Allrounder". Zu den wichtigsten Arbeitgebern für Pflegewissenschaftler gehören unter anderem:

  • Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (Alten- und Altenpflegeheime, Rehabilitationskliniken, etc.) 
  • Verbände der Sozialversicherungsträger 
  • das Hochschulwesen 
  • private und gesetzliche Krankenkassen sowie deren Verbände 
  • Städte und Kommunen, Gesundheitsbehörden 
  • die betriebliche Gesundheitsförderung und Personalpflege 

Wer schon früh weiß, in welchem Bereich er später einmal arbeiten möchte, sollte die Weichen bereits vor oder während des Pflegestudiums stellen. Sieht man seine Zukunft zum Beispiel in einem Job bei der Verwaltung oder einer Krankenkasse, ist ein fundiertes juristisches Wissen von Vorteil. Zukünftige Personaldienstleister profitieren hingegen von psychologischen Qualifikationen, während Mitarbeiter im Qualitätsmanagement vor allem entsprechende organisatorische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten benötigen. Für alle, die ihre Zukunft in der Bildungsbranche oder im Bereich Aus- und Fortbildung sehen, sind hingegen zusätzliche pädagogische Qualifikationen unerlässlich.

Nach dem Bachelor: Master oder Job?

Wie es mit der Karriereentwicklung und den dafür notwendigen Voraussetzungen aussieht, hängt ebenfalls vom individuellen Berufsfeld ab. Wer in der Forschung oder im Bereich der Bildung arbeiten möchte, sollte zum Beispiel auf jeden Fall einen Masterstudiengang der Pflegewissenschaften anhängen. Dieser ist nämlich Voraussetzung, um innerhalb von Universitäten, Fachhochschulen oder wissenschaftlichen Einrichtungen weiter aufzusteigen. Anders sieht es hingegen bei Jobs in Krankenhäusern oder Pflegeheimen aus; da diese eher praktisch und weniger wissenschaftlich orientiert sind, kann man sich hier mit genügend Motivation und beruflicher Erfahrung auch ohne Master den Weg in die Führungsetage erarbeiten.

Perspektiven in der Pflegebranche

Und wie sieht es mit den Karrierechancen von studierten Pflegewissenschaftlern aus? Diese sind mehr als gut! Das liegt vor allem an zwei aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Zum einen sorgt die steigende Lebenserwartung der Menschen in den westlichen Industrienationen für einen generell hohen Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Da die Akademisierung in der Pflegebranche jahrzehntelang in Deutschland vernachlässigt wurde, sind es zum anderen vor allem Fachkräfte mit Hochschulabschluss, die nun ganz besonders stark nachgefragt werden. Das macht sich auch in den vielen Jobangeboten und Stellenanzeigen bemerkbar, in denen ganz explizit nach Pflegewissenschaftlern gesucht wird.

Übrigens: Eine detaillierte Übersicht über konkrete Berufsbilder und deren Aufgabenbereiche findest du in unserem Artikel Berufe in der Pflege

Gehalt

Ein erfolgreich abgeschlossenes Pflegewissenschaft-Studium zahlt sich nicht nur in Sachen Karriere aus, sondern wirkt sich natürlich auch positiv auf das Gehalt aus. Pflegefachkräfte mit einem akademischen Abschluss verdienen in der Regel deutlich mehr als ihre Kollegen, die einen pflegerischen Beruf in einer Ausbildung erlernt haben. Rund 35.000 bis 40.000 Euro (brutto) finden sich hier durchschnittlich auf der Jahresabrechnung.

Was der individuelle Pflegewissenschaftler letztendlich verdient, hängt natürlich von dem konkreten Job ab. So gibt es große branchenabhängige Unterschiede: Jobs in der Bildung oder in sozialen Bereichen bringen in der Regel weniger ein als Jobs in der freien Wirtschaft. Und hier macht wiederrum die Unternehmensgröße einen entscheidenden Unterschied: Je mehr Mitarbeiter ein Betrieb hat, desto mehr verdienen diese meist auch. Dazu kommen eine Reihe weiterer Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, zum Beispiel das Bundesland: In der Regel verdienen Angestellte in West- und Süddeutschland mehrere Tausend Euro mehr pro Jahr als ihre Kollegen in den neuen Bundesländern. Das liegt daran, dass das Einkommen immer an die jeweiligen Lebenshaltungskosten angepasst wird, die in Ostdeutschland deutlich niedriger als im Rest der Bundesrepublik liegen.

Unterschiede finden sich auch zwischen den Gehältern von Bachelor- und Master Absolventen. Letztere verdienen meist schneller mehr Gehalt; der Unterschied kann gut 5.000 bis 10.000 Euro (brutto) im Jahr ausmachen. Zurückführen lässt sich das auf die Tatsache, dass Pflegewissenschaftler mit Masterabschluss oft schneller in Führungspositionen und leitende Berufe aufsteigen als ihre Bachelor-Kollegen, die sich meist erst innerhalb des Betriebs hocharbeiten müssen.

Noch mehr Infos zum Thema Gehalt mit konkreten Zahlen bekommst du in unserem Beitrag Gehalt in der Pflegebranche.

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Kommentare

Spamschutz: Schreibe das Wort "Pflege":

February 2017

Bettina Duwendag

Wie kann es sein, dass es auf der Seite "Pflegestudium" unter "Studiengänge" keinen Hinweis auf das (duale) Studium "Pflege" gibt?

Mit freundlichem Gruß

February 2017

Antwort von: Team Pflegestudium.de

Liebe Frau Duwendag,

das duale Pflegestudium wird sehr ausführlich unter "Das Pflegestudium" - "Studienformen" mit einer eigenen Kategorie beschrieben: https://www.pflegestudium.de/duales-studium/.

Des Weiteren werden in allen ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Studiengänge auch die dualen Studiengänge (die in der Pflege ja sehr zahlreich vorhanden sind) mit aufgeführt sowie im Text unter dem Punkt "Studienformen" auch die duale Form genannt.

Schön, dass wir Ihnen helfen konnten.

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