Bewerbung und Zulassungsvoraussetzungen für ein Pflegestudium

Du hast den richtigen Pflege-Studiengang gefunden? Dann ist die Bewerbung an der entsprechenden Hochschule der nächste Schritt. Welche Unterlagen du brauchst, wie und wo du dich bewerben musst und welche Rolle das richtige Timing spielt, erfährst du hier.

Zulassungsvoraussetzungen für ein Pflegestudium

Wer studieren will, braucht eine sogenannte Hochschulzugangsberechtigung. Die hast du, wenn du das Abitur oder Fachabitur abgeschlossen hast. Allerdings ist auch heute eine Zulassung ohne (Fach-)Abitur möglich (siehe Pflegestudium ohne Abitur). Ob du mit deinem Abschlusszeugnis einen bestimmten Notendurchschnitt erfüllen musst oder es einen NC gibt, hängt von der Studienrichtung und der Hochschule ab (siehe NC für das Pflegestudium).

Da Pflegestudiengänge besonders praxisnah gestaltet sind und Vorwissen voraussetzen, verlangt ein Großteil der Hochschulen eine anerkannte Berufsausbildung aus dem Gesundheitswesen als zweites Kriterium. Anerkannt werden Ausbildungen als Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, teilweise aber auch von Hebammen, Ergotherapeuten und andere Therapeuten aus dem Gesundheitswesen. Hast du keine dreijährige Ausbildung als Pflegefachkraft oder ähnliches absolviert, kannst du diesen Mangel mit mehrjähriger Praxiserfahrung in der Pflege ausgleichen. (Dazu mehr hier.Ob deine Ausbildung bzw. Berufserfahrung zur Zulassung berechtigt, entscheidet die Hochschule. Im Zweifel kannst du immer die jeweilige Studienberatung kontaktieren und nachfragen.

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In Kürze:

Üblicherweise musst du die folgenden beiden Kriterien erfüllen, um zum Pflegestudium zugelassen zu werden:

  • Allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife
  • abgeschlossene Berufsausbildung in einem Pflegeberuf oder mehrjährige Berufserfahrung

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Bewerbung für ein Pflegestudium

So bewirbst du dich für ein Pflegestudium

Erfüllst du die beiden Hauptkriterien (Hochschulzugangsberechtigung und Berufsausbildung), kannst du dich bewerben. Wie das geht und welche weiteren Zulassungskriterien hinzukommen können, erfährst du hier.

Wo muss ich mich bewerben?

Die Zeiten, an denen du deine Unterlagen händisch oder per Post einreichen musst, sind an den meisten Hochschulen schon lange vorbei. Heutzutage haben fast alle Unis und FHs entsprechende Online-Portale, bei denen man seine Unterlagen hochladen und hinterlegen kann. So kannst du deine Bewerbung ganz bequem von zu Hause aus erledigen und kannst dir Anreisekosten oder Porto sparen.

Welche Unterlagen brauche ich?

Das erste und wichtigste Dokument, das du bei deiner Bewerbung immer vorlegen musst, ist deine Hochschulzugangsberechtigung; das ist dann dein Abiturzeugnis oder der Nachweis deiner Fachhochschulreife. Deine abgeschlossene Berufsausbildung oder Praxiserfahrung weist du über dein Ausbildungszeugnis bzw. Arbeitszeugnis nach. 

Dazu kommen noch weitere Unterlagen, die von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sind. Das können sein: 

  • Lebenslauf und Lichtbild
  • Motivationsschreiben
  • Referenzen
  • Bescheinigungen über Ehrenämter oder soziales Engagement
  • Gesundheitszeugnis
  • Polizeiliches Führungszeugnis

Wann muss ich mich bewerben?

Wer einen Platz in seinem Wunsch-Pflegestudiengang möchte, sollte sich rechtzeitig bewerben! Bewerbungsfristen und Deadlines findest du auf der Homepage der jeweiligen Uni oder FH.

Die Bewerbungsfristen an staatlichen Hochschulen sind meistens der 15. Januar für das Sommersemester bzw. der 15. Juli für das Wintersemester – es kann aber je nach Hochschule auch anders terminiert sein! Bei privaten Institutionen sind Bewerbungstermine immer individuell oder teilweise das ganze Jahr über möglich.

Generell gilt deswegen immer: Informiere dich frühzeitig, damit du genug Zeit hast, um all deine Unterlagen zusammenzutragen und die Bewerbung ansprechend zu gestalten.

Bewerbung an einer privaten Hochschule: die Unterschiede

An einer privaten Hochschule läuft die Bewerbung für ein Pflegestudium meist etwas anders ab als bei einer staatlichen Einrichtung. Das Verfahren ist hier stärker individualisiert und besteht in der Regel aus mehreren Schritten. So verlangen private Hochschulen neben Zeugnissen und dem Lebenslauf zum Beispiel so gut wie immer ein personalisiertes Motivationsschreiben.

Konntest du mit deinem Bewerbungsunterlagen überzeugen, wirst du im nächsten Schritt meist zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Hier geht es vor allem darum, deine Persönlichkeit und deine Stärken zu präsentieren und die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass genau DU der richtige Kandidat für den Pflege-Studiengang bist. Je nach Hochschule kann es außerdem sein, dass du noch weitere Leistungsnachweise erbringen musst, wie zum Beispiel eine Präsentation zu einem studienrelevanten Thema oder die Teilnahme an einem Studieneignungstest.

Zusammengefasst: Private Institutionen prüfen vielmehr die persönliche Eignung und Motivation für ein Studium als staatliche Hochschulen. Das kann den Vorteil haben, schlechte Schulnoten über einen guten Gesamteindruck ausgleichen zu können.

Sonderfall Duales Pflegestudium

Für ein duales Pflegestudium brauchst du nicht nur einen Studienplatz an einer Hochschule oder Berufsakademie, sondern auch zwingend einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz in einem kooperierenden Betrieb des Gesundheitswesens.

Bewerbung bei der Ausbildungsstätte

Dementsprechend läuft das Bewerbungsverfahren hier auch anders ab, als wenn du dich für einen „klassischen“ Pflege-Studiengang bewirbst. Um einen dualen Studienplatz zu ergattern, bewirbst du dich in der Regel nicht an der Hochschule oder der Berufsakademie, sondern beim Partner-Betrieb.

Hier kommt es auf das richtige Timing an: Die Bewerbungsphase der Ausbildungsbetriebe beginnt meist sechs bis zwölf Monate vor dem eigentlichen Studienstart. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dich frühzeitig über Fristen und Anforderungen informierst und genügend Zeit für das Anfertigen deiner Bewerbungsmappe einplanst. Jede Ausbildungseinrichtung hat andere Bewerbungsfristen!

Wenn du mit deiner Bewerbung überzeugen konntest, wirst du im Anschluss zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier bekommst du die Chance, dich persönlich vorzustellen und die Personaler mit deinen Qualifikationen und deiner Kompetenz zu überzeugen. Wenn du erfolgreich warst, wirst du in der Regel kurze Zeit nach dem Gespräch darüber informiert, dass du nun deinen Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag in der Tasche hast! Nachdem du diesen unterschrieben hast, führt dich der nächste und letzte Schritt der Bewerbung schließlich an die Hochschule.

Einschreiben an der Hochschule

Hier kannst du dich gegen Vorlage des Ausbildungs- oder Praktikumsvertrags an der Uni oder Berufsakademie in deinen dualen Pflege-Studiengang einschreiben. Auch hier gilt wieder: Informiere dich rechtzeitig über die Immatrikulations-Deadline!

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