Pflegestudium ohne Abitur

Du interessierst dich für die Aufnahme eines Pflegestudiums, hast aber nicht die klassische Hochschulzugangsberechtigung Abitur oder Fachabitur? Wie du dennoch einen Bachelor im Pflegebereich machen kannst, verraten wir dir hier.

Früher war es schwierig, ohne einen höheren Schulabschluss für ein Studium zugelassen zu werden. Es musste mindestens die Fachhochschulreife (Fachabi) sein, um an einer FH studieren zu können. Heute sieht das schon ganz anders aus – immer mehr Studierende an deutschen Hochschulen haben den Weg ins Studium über andere Zulassungsvoraussetzungen geschafft – auch an Universitäten!

Infografik zu Studienwegen ohne Abitur

Unsere Grafik zeigt dir, auf welchen vier Wegen du ohne Abitur an einen Studienplatz kommst: mit Fachabitur, einer Ausbildung, Aufstiegsfortbildung oder auch reiner Berufserfahrung. Die genauen Details verraten wir dir nun hier.

Studienzulassung ohne Abitur – die Möglichkeiten

Mit Fachabitur

Wer nicht ein Gymnasium, Berufskolleg oder eine Gesamtschule besucht hat, um dort die Schule mit dem Abitur abzuschließen, hat dennoch sehr gute Chancen auf einen Studienplatz. Viele Pflegestudiengänge können problemlos mit Fachabitur studiert werden. Das gilt insbesondere für Studiengänge an Fachhochschulen, für deren Zugang sowieso die Fachhochschulreife ausreicht. Diese besteht aus einem schulischen sowie einem berufsbezogenen Teil. Die Schule wird dabei nach der zwölften Klasse abgeschlossen, anschließend werden praktische Erfahrungen von mindestens einem Jahr gesammelt. Das kann ein langes Praktikum, ein freiwilliges soziales Jahr, eine Berufsausbildung oder Ähnliches sein.

Auch Universitäten, die als höchste Bildungseinrichtung in Deutschland gelten, lassen immer häufiger Bewerber mit Fachabi zu. In der Regel verlangen die Universitäten dann zusätzlich zum Fachabi noch weitere praktische Erfahrungen, deren Länge variiert (ein bis zwei Jahre).

Erfahrungsbericht

Studentin Anastasia studiert auch ohne Abitur. Lies hier ihren Erfahrungsbericht:

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Mit Berufsausbildung

Du hast weder Abi noch Fachabi? Kein Problem. In dem Fall verhilft dir ein gewisses Maß an praktischer Erfahrung zum Pflegestudium.

Das ist zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender Vollzeit-Tätigkeit von drei Jahren im gelernten Beruf. Die Ausbildung muss zum Pflegestudium passen. Ideal sind Berufsausbildungen aus den Bereichen 

  • Altenpflege,
  • Gesundheits- und Krankenpflege oder
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Aber auch Hebammen, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten haben Chancen auf einen Studienplatz in Pflegewissenschaften, Pflegemanagement und Co. Im Zweifel solltest du dich direkt bei der Studienberatung der Hochschule, die du ins Auge gefasst hast, erkundigen, ob deine Berufsausbildung als entsprechende Vorbildung anerkannt wird. Diese entscheidet nämlich als letzte Instanz über eine mögliche Zulassung.

Je nach Bundesland und Hochschule können weitere Bedingungen vorgeschrieben sein. Dazu zählen eine Eignungsprüfung (die in der Regel aber erst während des Studiums absolviert werden muss), ein Eignungsgespräch oder ein Probestudium.

Mit Aufstiegsfortbildung

Eine weitere Möglichkeit Pflege zu studieren, bietet sich mit einer erfolgreich abgeschlossenen Aufstiegsfortbildung. Dazu zählen der Meister, der Betriebswirt und der Fachwirt, denen eine Berufsausbildung (nicht zwingend im Pflegebereich) vorangegangen ist. Absolventen von Fortbildungen auf Meisterebene erhalten nämlich die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – sie sind damit auf einer Stufe mit Abiturienten, wenn es um die Zulassung zum Studium geht.

Je nach Bundesland kann auch noch ein verpflichtendes Beratungsgespräch zusätzliche Bedingung sein.

Mit Berufserfahrung im Pflegebereich (ohne Ausbildung)

Die Zulassung zum Pflegestudium kann sogar auch ganz ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Pflegebereich erfolgen, zum Beispiel man manchen Hochschulen im Bundesland Bremen. Voraussetzung ist allerdings eine Berufstätigkeit von mindestens fünf oder mehr Jahren in der Pflegebranche sowie die Teilnahme an einer Zulassungsprüfung (Eignungsprüfung) der Hochschule. Eine solche Prüfung findet meistens innerhalb des ersten Semesters des Studiums statt. Ob der Zugang für beruflich Qualifizierte an deiner Wunschhochschule möglich ist, erfährst du bei der jeweiligen Studienberatung.

Tipp

Die Seite studieren-ohne-abitur.de beschäftigt mit genau diesem Thema. Hier erhältst du vor allem auch länderspezifische Informationen. Denn: Die genaue Regelung, ob und wie der Zugang zum Studium ohne Abitur möglich ist, ist immer vom Bundesland abhängig!

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