Motivationsschreiben für ein Pflegestudium

Wer sich auf einen Platz in einem Pflege-Studiengang bewirbt, wird feststellen, dass das Motivationsschreiben an vielen Hochschulen mittlerweile einen festen Platz im Bewerbungsverfahren hat und entscheidend dazu beitragen kann, ob man angenommen oder abgelehnt wird. Worauf man beim Schreiben unbedingt achten sollte und was Do's und No-Go's sind, erklären wir dir im folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Oft erhalten Hochschulen deutlich mehr Bewerbungen, als sie Studienplätze haben. Um aus der Flut der Bewerbungen die besten Kandidaten herauszufiltern, bedienen sich viele Institute deswegen eines sogenannten Motivationsschreibens. In diesem geht es im Gegensatz zu deinem Lebenslauf und Zeugnissen nicht um Daten und Noten, sondern darum, deiner Bewerbung eine persönliche Note zu verleihen. Hier erläuterst du, warum du dich für einen Studienplatz bewirbst, gehst auf deine Erfahrungen und Talente ein und erklärst, warum sich die Hochschule gerade für DICH entscheiden sollte. 

Wann brauche ich ein Motivationsschreiben?

Motivationsschreiben werden zum einen von vielen privaten Hochschulen verlangt, die über die persönliche Eignung sicherstellen wollen, dass du das Studium mit großer Motivation angehst und gut abschließen wirst (und nicht vorzeitig abbrichst). Bei staatlichen Hochschulen kommt es seltener zum Einsatz. Ausnahme sind hier die Masterstudiengänge. Während öffentliche Einrichtungen bei der Bewerbung für Bachelor-Studienplätze eher auf die formalen Bedingungen schauen, wird in den Zulassungsvoraussetzungen zum Master gerne ein individuelles Bewerbungsschreiben verlangt.

So verfasst du ein Motivationsschreiben

Welchen Umfang sollte ein Motivationsschreiben haben?

Schon bei der Länge des Motivationsschreibens kann man vieles falsch machen. Zwar gibt es hier nur selten konkrete Vorgaben, aber als allgemein anerkannter Standard gelten ein bis maximal zwei A4-Seiten. Ein zu kurzes Schreiben kann dabei genauso einen schlechten Eindruck machen wie ein zu langes. Die Herausforderung ist es also, alle essentiellen Punkte anzusprechen und in eine logische Argumentationsstruktur einzubinden, ohne zu ausführlich zu werden und ins Schwafeln zu geraten. Aus diesem Grund solltest du es auf jeden Fall vermeiden, Floskeln und Standardsätze ohne wirkliche Aussagen zu verwenden.

Unser Tipp

Lege deiner Bewerbung ein Motivationsschreiben bei, auch wenn dieses gar nicht ausdrücklich verlangt wird, insbesondere bei privaten Hochschulen. Das zeugt von Engagement! Müssen sich Verantwortliche zwischen gleichwertig qualifizierten Kandidaten entscheiden, wählen sie in der Regel immer den Bewerber, von dem sie einen positiven persönlichen Eindruck gewonnen haben.

Wie ist ein Motivationsschreiben aufgebaut?

Das Motivationsschreiben folgt in der Regel einem vorgegebenen Aufbau und lässt sich in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil gliedern. Die Einleitung solltest du dabei so kurz wie möglich halten. Sie dient lediglich dazu, dich und deinen Hintergrund kurz vorzustellen. Dafür sollten zwei bis drei Sätze eigentlich mehr als ausreichend sein.

Hauptteil

Inhaltlich austoben darfst du dich hingegen im Hauptteil. Dieser ist das Herzstück deines Motivationsschreibens und fasst zusammen, wieso gerade du der richtige Kandidat für den angebotenen Studiengang bist. Er beinhaltet eine Darstellung deiner Fähigkeiten und Qualifikationen, deiner gesammelten akademischen und praktischen Erfahrungen sowie sonstiger Eigenschaften, die im Rahmen deiner Bewerbung relevant sein können.

Allerdings geht es im Hauptteil nicht nur um Selbstdarstellung: An dieser Stelle solltest du auf jeden Fall auch hervorheben, warum du dich ausgerechnet für den Pflege-Studiengang und die Hochschule entschieden hast, bei der du dich gerade bewirbst. Dafür ist es essentiell, dass du dich vorher ausführlich mit der jeweiligen Webseite und dem Studienprogramm beschäftigt hast und die thematischen Schwerpunkte kennst. Die Entscheidungsträger der Hochschulen bevorzugen Bewerber, bei denen deutlich wird, dass sie ihre Entscheidung für einen Pflege-Studiengang auf einer informierten Basis treffen, da dies die Wahrscheinlichkeit für einen vorzeitigen Studienabbruch deutlich verringert.

Schlussteil

Abgeschlossen wird das Motivationsschreiben schließlich mit einer mehr oder weniger formalen Abschlussformel, in der man betont, dass man sich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freuen würde. Dann folgt die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ (oder eine ähnliche) und schließlich deine Unterschrift in Tinte (bei digitalem Versand: Unterschrift einscannen und als Bild auf dem Dokument anbringen).

Beachte aber bitte, dass dieser Aufbau dir lediglich als Orientierungshilfe dienen sollte, an die du dich nicht zwingend 1:1 halten musst. Das wichtigste ist, dass dein Motivationsschreiben deine Individualität widerspiegelt, einen treffenden Eindruck deiner Persönlichkeit vermittelt und dich so aus der Masse der Bewerber hervorstechen lässt.

Und worauf sollte man sonst noch achten?

Der Aufbau deines Motivationsschreibens spielt eine wichtige Rolle, ist aber noch längst nicht alles. Neben einer gut durchdachten Argumentationsstruktur solltest du außerdem darauf achten, dass du...

…dein Licht nicht unter den Scheffel stellst: 
Bescheidenheit ist eine Tugend, im Motivationsschreiben aber fehl am Platz. Hier geht es schließlich darum, sich so gut wie möglich zu verkaufen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Auf der anderen Seite solltest du aber auch aufpassen, dass du nicht zu arrogant rüberkommst – das wirkt unsympathisch und schreckt ab. Versuche also, deine Vorzüge möglichst sachlich und vor allem wahrheitsgemäß zu beschreiben; Diskrepanzen zwischen deinen Angaben und der Realität fliegen früher oder später nämlich sowieso auf.

... die Vorgaben der Hochschule einhältst:
Bevor du dich Hals über Kopf und voll motiviert ans Schreiben machst, solltest du vorher auf der Homepage deiner Wahlhochschule nachsehen, ob hier bestimmte Richtlinien für das Anfertigen eines Motivationsschreibens vorgegeben werden. Anschreiben, die diese nicht berücksichtigen, zeigen, dass sich der Bewerber nicht ausreichend mit vorhandenen Informationen beschäftigt hat und machen dementsprechend einen schlechten Eindruck.

...auf Form, Sprache und Stil achtest:
Egal, wie gut deine Argumente sind: Wenn dein Motivationsschreiben voller Rechtschreib- und Grammatikfehler ist, verringert das deine Chancen auf einen Studienplatz deutlich. Das signalisiert den Entscheidungsträgern nämlich nicht nur mangelnde sprachliche Fähigkeiten, sondern auch fehlende Sorgfalt und Motivation. Beim Schreiben solltest du außerdem auf deinen Stil und deine Ausdrucksweise achten und zum Beispiel zu saloppe oder informelle Wendungen vermeiden. Bevor du dein Motivationsschreiben einsendest, solltest du es am besten noch einmal einer oder direkt mehreren qualifizierten Personen zum Gegenlesen vorlegen.

Um dir eine noch bessere Idee zu geben, wie ein Motivationsschreiben für einen Pflege-Studiengang aussehen könnte, findest du hier eine konkrete Vorlage für eine entsprechende Bewerbung. Achte aber bitte darauf, dass du diese lediglich als Orientierungshilfe nutzt; die meisten Personaler merken es nämlich durchaus, wenn du Sätze oder ganze Abschnitte aus einer vorhandenen Vorlage 1:1 kopierst.

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