Weiterbildung: Qualitätsmanagementbeauftragter

Durch die gesetzliche Vorschrift eines Qualitätsmanagementsystems ergeben sich für Fachkräfte in der Pflege optimale Aufstiegschancen. Wer mit dem Qualitätsmanagement in der eigenen Einrichtung betraut werden will, muss dafür aber eine spezifische Weiterbildung absolvieren.

Alle Pflegeeinrichtungen sind zur Einführung und Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) gesetzlich verpflichtet. Eine gute Qualität der Gesundheitsversorgung und Pflege bedeutet aber auch einen großen Wettbewerbsvorteil. Um Qualitätsmanagement rechtskonform und professionell umsetzen zu können, werden Mitarbeiter mit entsprechendem Spezialwissen gebraucht.

Eine Weiterbildung zum Qualitätsmanagementbeauftragten, häufig auch "Qualitätsbeauftragter" genannt, bereitet auf genau diese Aufgabe vor. Sie können ein unternehmensspezifisches Qualitätsmanagementsystem aufbauen und einführen sowie ein QM-Handbuch erstellen. Zielgruppe dieser Weiterbildung sind Mitarbeiter aus dem Pflege- und Gesundheitswesen, die bereits erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements haben oder neu einsteigen wollen.

Alle Infos zur Weiterbildung in Qualitätsmanagement

Weiterbildung Qualitätsmanagement in der Pflege: Inhalte

Nicht alle Weiterbildungen zum Qualitätsmanagementbeauftragten sind gleich aufgebaut, inhaltlich jedoch sehr ähnlich. Zu den wichtigsten Themen gehören

  • Grundlagen des Qualitätsmanagements
  • Aufbau und Einrichtung eines QM-Systems
  • Dokumentationsanforderungen
  • Überwachung und Messung von Prozessen
  • Zufriedenheitsabfragen
  • Datenerhebungsverfahren
  • Lenkung von Fehlern
  • Werkzeuge zur Qualitätsverbesserung
  • Betriebliches Vorschlagswesen und Benchmarking
  • Qualitätszirkel
  • Kommunikations- und Moderationstechniken
  • Korrekturmaßnahmen
  • Vorbeugemaßnahmen
  • Fehler-, Möglichkeits- und Einfluss-Analyse
  • Managementbewertung
  • Projektmanagement

Die größten inhaltlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Weiterbildungsangeboten betreffen die Anforderungen, denen das Managementsystem genügen muss. So gibt es Qualitätsmanagementnormen, die genau diese Anforderungen festlegen. So definiert die Norm EN ISO 9000 ff. Grundlagen und Begriffe zu QMS, die EN ISO 9001 formuliert die Anforderungen an ein QMS, die Norm EN ISO 9004 beschreibt die Effizienz eines QMS. Nicht alle Weiterbildungen gehen auf alle Normen in gleichem Maß ein.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Um zur Weiterbildung zum Qualitätsmanagementbeauftragten zugelassen zu werden, ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft oder im sozialpädagogisch-psychologischem Bereich Voraussetzung. Daneben muss einschlägige Berufserfahrung im Umfang von mindestens zwei Jahren, idealerweise mit erster Leitungserfahrung, nachgewiesen werden.

Persönliche Voraussetzungen

Wer die Qualität in einer Einrichtung überwacht, muss vor allem sorgfältig arbeiten und sich selbst immer auf dem neusten Wissensstand halten. Da Mitarbeiter instruiert werden müssen, darf es auch an entsprechenden Soft Skills nicht fehlen. Denn schließlich umfasst der Job als Qualitätsbeauftragter nicht nur die Überwachung von Standards, sondern auch viel organisatorische und zwischenmenschliche Arbeit. 

Dauer und Verlauf

Weiterbildungen zum QM-Beauftragten finden fast immer berufsbegleitend statt. Üblich sind zehn Seminartage, die innerhalb von drei bis vier Monaten abgehalten werden. Die ersten zwei Tage werden durch Vermittlung von Grundlagen bestimmt, die folgenden acht Tage sind inhaltlich spezifischer gestaltet. Man muss sich außerdem auf ein Praxisprojekt in der eigenen Einrichtung einstellen. Dieses wird dann in der Regel zum Ende als Projektpräsentation innerhalb eines Kolloquiums vorgestellt.

Anerkennung

Es gibt keine vorgeschriebene Regelung zu Inhalten und Ablauf einer Weiterbildung zum Qualitätsmanagementbeauftragten trotz vorhandener Qualitätsmanagementnormen. Das Zertifikat, das man nach dem Abschluss erhält, ist also institutsspezifisch. Wichtig ist es daher, darauf zu achten, dass auf diesem auch die Lehrgangsdauer, Stundenverteilung und Inhalte vermerkt sind.

Bei einigen Weiterbildungen erhält man eine TÜV-Zertifizierung. Wer großen Wert auf einen anerkannten Abschluss legt, hat übrigens auch die Möglichkeit eine Weiterbildung in Qualitätsmanagement über die IHK zu absolvieren. Diese sind aber in der Regel nicht auf die Pflegebranche spezialisiert, sondern handeln im Allgemeinen von QMS und deren Ausrichtung an der ISO-9000-Normenreihe.

Karriere nach der Weiterbildung

Qualitätsbeauftragte sorgen für die Einhaltung vorgeschriebener Qualitätsstandards. Sie entwickeln Konzepte, um Arbeitsabläufe hinsichtlich ihrer Effektivität und Betriebswirtschaftlichkeit zu optimieren. Sie tragen dazu bei, dass Dokumentations- und Nachweispflichten erfüllt werden und die wertvolle Arbeitskraft des Pflegepersonals für die Betreuung und Pflege der Patienten und Pflegebedürftigen aufgewendet wird.

Gehalt

Gemessen an den in der Pflegebranche gezahlten Gehältern, können sich Qualitätsmanager glücklich schätzen. Sie verdienen wesentlich mehr als einfache Pflegefachkräfte. Ihr Monatsgehalt bewegt sich häufig im Rahmen von 2.300 – 3.900 Euro (brutto), kann im Einzelfall aber auch noch höher ausfallen. Ausschlaggebend für die Höhe ist vor allem der Arbeitgeber selbst: Gerade große Unternehmen, wie Krankenhäuser oder Kliniken, zahlen deutlich mehr als kleine Einrichtungen.

Wenn du mehr über die Gehaltsstruktur in der Pflegebranche erfahren willst, schau dir die Beispiele in unserem Beitrag Gehalt in der Pflegebranche an.

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