Weiterbildung: Demenz

Eine Folge einer alternden Gesellschaft ist der Anstieg des Bedarfs an Betreuern für Menschen mit Demenz. Denn demente Menschen brauchen Unterstützung von Personen, die sie im Alltag begleiten, fachgerecht pflegen und mit der Krankheit umgehen können. Hier erläutern wir, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es im Demenz-Bereich gibt, um sich speziell für diesen Aufgabenbereich der Pflege qualifizieren.

Demente Personen zu betreuen oder zu pflegen ist sowohl für Angehörige als auch für Pfleger eine Herausforderung, die Geduld, Empathie und Verstehen voraussetzt. Und demente Personen selbst fühlen sich häufig nicht genug wertgeschätzt und informiert, ihre kognitiven Einschränkungen machen ihnen den Alltag schwer. Umso wichtiger ist es, Kenntnisse über Demenz zu erlangen und damit für eine würdevolle Begegnung mit demenziell veränderten Menschen zu sensibilisieren.

Großes Angebot an Demenz-Weiterbildungen

Eine Fort- oder Weiterbildung, die sich speziell mit Demenz beschäftigt, befähigt Teilnehmer dazu Menschen mit Demenz in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen und ihnen den Umgang mit der eigenen Erkrankung zu erleichtern. Eine einheitliche Demenz-Weiterbildung gibt es nicht. Ganz im Gegenteil: Das Angebot an Weiterbildungen mit dem Thema Demenz erstreckt sich von kompakten Schulungen für Angehörige, über Weiterbildungen für Betreuungskräfte bis hin zu umfassenden Lehrgängen für Pflegefachkräfte.

Betreuungskraft nach § 87 b

Innerhalb des vielfältigen Programms gibt es besonders viele Weiterbildungen zur Betreuungskraft für Menschen mit Demenz nach § 87 b. Bei einer Weiterbildung nach § 87 b handelt es sich um eine Maßnahme, die sich an Pflegehelfer und -assistenzen bzw. geringqualifizierte Pflegekräfte richtet, die Betreuungstätigkeiten in Pflegeeinrichtungen übernehmen möchten. Viele dieser Weiterbildungen beschäftigen sich speziell mit Demenz, aber auch selbst die allgemein gehaltenen Angebote in diesem Bereich behandeln in der Regel das Thema.

Fachberater für Menschen mit Demenz (im klinischen Bereich)

Fachkräfte, die ihre Kompetenz mit Fachwissen rund um Demenz erweitern möchten, können dies mit einer Weiterbildung zum Fachberater für Menschen mit Demenz erreichen. Sie können nach dem Abschluss sowohl Angehörige als auch Pflegepersonal kompetent beraten und machen sich damit zum Ansprechpartner für Demenzfragen in Pflegeeinrichtungen. Das schließt u.a. die Begleitung von demenzkranken Patienten von Aufnahmen bis zur Entlassung ein, das Konfliktmanagement zwischen Angehörigen und Klinikpersonal als auch die interne Beratung und Fortbildung von Mitarbeitern. Daneben können sie Konzepte für die Zusammenarbeit mit dementen Personen entwickeln und treiben die Vernetzung mit Beratungsstellen und Demenznetzwerken voran.

Neben diesen zwei genannten Weiterbildungen gibt es noch viele weitere Seminare, die sich an Angehörige und Altenpfleger richten. Sie alle haben das Ziel, über die verschiedenen Formen der Demenz aufzuklären und die Bedürfnisse von dementen Personen zu verstehen.

Alle Infos zu Demenz-Weiterbildungen

Demenz-Weiterbildungen: Inhalte

Obwohl das Angebot an Demenz-Weiterbildungen groß ist und entsprechende Weiterbildungen inhaltlich von den Anbietern selbst gestaltet werden, beschäftigen sie sich doch alle mit sehr ähnlichen Themen. Diese werden dann, je nach Umfang und Zielgruppe des Angebots, mehr oder weniger ausführlich behandelt.

Inhalte von Demenz-Weiterbildungen sind zum Beispiel: 

  • Grundkenntnisse über Demenzerkrankungen, andere psychische Erkrankungen und Alterskrankheiten
  • Symptome erkennen und Bedürfnisse verstehen
  • Pflege und Pflegedokumentation
  • Aktivierung, Beschäftigungsmöglichkeiten und Alltagsgestaltung
  • Stärkung von mentalen Ressourcen, Erhaltung der Gehirnleistung
  • Stärkung der körperlichen Wahrnehmung, Balance und Koordination
  • Erhöhung der Lebensqualität, individuelle Förderung
  • Einfluss von Wohnumfeld
  • Rechtskunde
  • Kommunikation
  • Ethik und Demenz

Weiterbildungen, die sich speziell an Fachkräfte richten, die zwischen Angehörigen, Pflegepersonal und Pflegebedürftigen vermitteln müssen, beschäftigen sich zusätzlich auch mit:

  • Konfliktmanagement
  • Konzeptentwicklung
  • Fallbesprechung
  • Beratungskompetenz und Coaching
  • Schnittstellenmanagement

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Einfachere Weiterbildungen, die lediglich Grundkenntnisse vermitteln, stehen allen Interessierten offen und richten sich vornehmlich an Angehörige. Pflegende, die sich als Betreuungskraft nach § 87 b ausbilden lassen möchten, müssen in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein, ein fünftägiges Orientierungspraktikum absolvieren und ein Gesundheitszeugnis einreichen.

Fachkräfte, die zukünftig Beratungsfunktionen übernehmen wollen, werden in der Regel dann zugelassen, wenn sie über eine abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft und damit über erste Berufserfahrung verfügen. Je nach Anbieter ist eine formale Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und qualifiziertem Arbeitszeugnis notwendig, um zur Weiterbildung zugelassen zu werden.

Persönliche Voraussetzungen

Wer mit dementen Personen zusammenarbeitet, braucht vor allem Geduld und Empathie. Auch gute kommunikative Kompetenzen und die Fähigkeit sich auf den demenziellen Menschen einzustellen, gehören zu den Eigenschaften, die man für diesen Job mitbringen sollte. Das gleiche gilt auch für diejenigen, die darüber hinaus Beratungstätigkeiten übernehmen, zum Beispiel Gespräche mit Angehörigen führen. Angehörige befinden sich häufig in Krisensituationen und suchen einen Ansprechpartner für ihre Sorgen und professionelle Hilfe. Hier kommt es auf Fingerspitzengefühl an.

Dauer und Verlauf

Drei Tage am Stück, sechs Monate in Vollzeit oder über mehrere Monate neben dem Beruf: Dauer und Verlauf vom Demenz-Weiterbildungen sind von Zielgruppe und Anbieter abhängig. Wer nur allgemeine Kenntnisse über Demenz erlangen will, findet Angebote, die an wenigen Tagen absolviert werden. Wer hingegen umfassende Fachkompetenz erlangen will, wird eine Demenz-Weiterbildung entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend über mehrere Monate (je nach Anbieter 3 – 6 Monate) abschließen. In einem solchen Fall setzt sich die Weiterbildung meistens aus einem Theorie- und einem Praxisteil zusammen. Des Weiteren findet eine Abschlussprüfung statt, die bei Bestehen mit einem entsprechenden Zertifikat belohnt wird.

Weiterbildungsformen

Die meisten Demenz-Weiterbildungen finden in Vollzeit oder berufsbegleitend statt, wobei es sich bei den Vollzeit-Lehrgängen meistens um Maßnahmen von kürzerer Dauer handelt und die berufsbegleitenden Angebote sich an Fachkräfte richten. So haben Pflegefachkräfte die Möglichkeit sich in Teilzeit oder über die Teilnahmen an regelmäßigen Abend- und Wochenendveranstaltungen weiter zu qualifizieren.

Allerdings gibt es mittlerweile auch ein Angebot an Fernlehrgängen, die sich mit dem Thema Demenz beschäftigen. Die freie Zeiteinteilung macht somit eine Weiterbildung auch neben dem Beruf möglich und bietet dazu noch große Flexibilität.

Anerkennung

Aufgrund der Tatsache, dass Demenz-Weiterbildungen nicht nach einem einheitlichen Curriculum gestaltet sind, variiert die Anerkennung von Weiterbildung zu Weiterbildung. Betreuungskräfte sollten auf den Zusatz „nach § 87b“ achten, um sicherzustellen eine hochwertige Weiterbildung zu machen. Ein anderes Kriterium für eine qualitative Maßnahme ist eine Abschlussprüfung oder die Teilnahme an einem Abschlusskolloquium. Ein Zertifikat, das eine bestandene Prüfung sowie den Umfang des Seminars bescheinigt, erntet mehr Anerkennung als eine bloße Teilnahmebescheinigung.

18 Anbieter für Weiterbildungen im Bereich Demenz

Karriere nach der Weiterbildung

Betreuungskräfte mit Demenz-Expertise unterstützen Pflegefachkräfte bei ihrer Arbeit und begleiten Demenzpatienten in ihrem Alltag zu Hause oder in stationären Einrichtungen. Ihr Tätigkeitsspektrum deckt sich mit dem anderer Betreuungskräfte.

Pflegefachkräfte, die im Umgang mit dementen Personen geschult sind, arbeiten vorwiegend in der Altenpflege, aber auch in Krankenhäusern und Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Sie übernehmen als Pflegefachkraft weiterhin die Bedside-Pflege, aber auch Tätigkeiten in der Freizeitgestaltung und Aktivierung der demenziellen Personen. Darüber hinaus sind sie häufig Ansprechpartner für Angehörige und geben ihr Wissen an ihre Kollegen weiter, um die tägliche Arbeit zu erleichtern. Mit steigender Berufserfahrung sind auch Führungspositionen, wie Team- oder Gruppenleitungen möglich.

Insbesondere Teilnehmern von Weiterbildungen im Kontext der Demenzberatung eröffnen sich neue berufliche Wege neben der reinen Pflege. Sie können in Beratungsstellen innerhalb von Pflegeeinrichtungen, aber auch bei Städten und Kommunen arbeiten.

Gehalt

Demenzbetreuer in Einrichtungen des Sozialwesens verdienen monatlich knapp 1.300 – 1.700 Euro brutto. Das relativ geringe Gehalt lässt sich damit begründen, dass sie nur leichtere Tätigkeiten übernehmen, wie die Assistenz der Fachkräfte oder die Beschäftigung von Bewohnern und Patienten.

Fachkräfte für Demenzerkrankungen hingegen können mit einem weitaus höheren Verdienst rechnen. Pflegefachkräfte, wie Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger, sollten nach einer Demenz-Weiterbildung etwas mehr verdienen als der Durchschnitt ihrer Berufsgruppe (Altenpfleger: 1.700 – 2.200 Euro, Gesundheits- und Krankenpfleger: 1.900 – 2.700 Euro). Allerdings lässt sich das nicht pauschal sagen, da das Gehalt ja immer von vielen Faktoren (wie Arbeitgeber, Berufserfahrung und weiteren Qualifikation) abhängig ist. Unser Artikel Gehalt in der Pflegebranche dürfte hier hilfreich sein, um ein Gefühl für Gehaltsgrößen zu bekommen. Gleiches gilt für Beratungspositionen. Da es kein einheitliches Berufsbild des Demenzberaters gibt, sollte man sich an den Gehältern von Pflegeberatern orientieren.

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