Was ist…?

Die Pflegefachrichtungen im Überblick

Pfleger gleich Pfleger. Falsch! Pflege ist vielfältig und immer mit viel Verantwortung verbunden. Doch welche Fachrichtungen der Pflege gibt es eigentlich? Und wann ist eine Pflegekraft eigentlich eine Fachkraft? Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen.

Die einzelnen Studiengänge im Pflegebereich erklären wir dir an anderer Stelle (→ Alle Studiengänge im Überblick), hier soll es nun um die verschiedenen Pflegerichtungen im Allgemeinen gehen. 

Was ist eine Pflegefachkraft?

Pfleger ist nicht gleich Pfleger. Es gibt Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Alle diese Berufe lassen sich unter dem Sammelbegriff Pflegefachkraft vereinen.

Examinierte Pflegefachkraft

Für alle drei Berufsbilder gibt es eine eigene Ausbildung, die jeweils drei Jahre dauert und mit einer staatlich anerkannten Prüfung an einer Pflegefachschule endet. Während der Ausbildung muss eine bestimmte Anzahl an Theorie- und Praxisstunden abgeleistet werden: Die theoretischen Grundlagen werden in der Pflegefachschule vermittelt, die praktische Ausbildung erfolgt in einer Ausbildungsstätte. Ausbildungsstätten sind zum Beispiel Krankenhäuser, ambulante und teilstationäre Dienste, Einrichtungen der Gerontopsychiatrie, Hospize, Betreutes Wohnen und Altenheime. Die Altenpflegeausbildung wird durch das deutsche Altenpflegegesetz (AltPflG) bundeseinheitlich geregelt, die Ausbildungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger durch das Krankenpflegegesetz (KrPflG).

Achtung! Aktuell steht zur Debatte diese drei Pflegeberufe in einer einheitlichen Berufsausbildung zusammenzuführen. Das Bundesfamilien- und Gesundheitsministerium hat ein Gesetz zur Reform der Pflegeberufe vorgelegt. In der Pflegebranche steht diese Idee unter scharfer Kritik. Kein Wunder – schließlich handelt es sich um drei Gebiete, die jeweils spezifisches Know-how verlangen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Vorschlag entwickelt.

Was ist Altenpflege?

Altenpfleger kümmern sich um alte und pflegebedürftige Menschen. Sie unterstützen sie in ihrem Alltag, motivieren und beraten sie sowie üben medizinisch-pflegerische Tätigkeiten aus. Sie arbeiten besonders häufig in Altenheimen, Einrichtungen für Betreutes Wohnen oder Pflegeheimen und pflegen Personen deshalb in der Regel über einen längeren Zeitraum, häufig über viele Jahre.

Was ist Gesundheits- und Krankenpflege?

Der Beruf der Krankenschwester heißt seit 2004 „Gesundheits- und Krankenpfleger“. Sie versorgen Pflegebedürftige, indem sie medizinische Aufgaben übernehmen (Wunden versorgen, Verbände anlegen, Blutdruck messen), bei Untersuchungen durch einen Arzt assistieren, Medikamente verabreichen, Körperpflege übernehmen sowie Patienten beraten und sie zur Selbsthilfe anleiten. Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten u.a. in Krankenhäusern, Reha-Kliniken oder Gesundheitszentren, aber auch in Alten- und Pflegeheimen. Im Gegensatz zu Altenpflegern versorgen sie Patienten eher akut und nicht langfristig, zum Beispiel im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts.

Was ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflege?

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger kümmern sich um die Bedürfnisse kranker und pflegebedürftiger Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Sie führen pflegerische und medizinische Aufgaben aus, assistieren Ärzten, verabreichen Medikamente und schreiben Pflegedokumentationen. Sie trösten aber auch die jungen Patienten und sind Ansprechpartner für Eltern. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger arbeiten in (Kinder-)Krankenhäusern, auf Stationen für Kinder und Jugendliche, in Kinderheimen, Facharztpraxen für Kinder und Jugendliche, aber auch bei ambulanten Pflegediensten.

Kann man Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege studieren?

Studentin in Universität

Jein. Es gibt keinen Studiengang, der sich explizit nur mit einer dieser Fachrichtungen beschäftigt. Allerdings ist es möglich im Rahmen eines dualen Studiums eine Ausbildung der gewünschten Fachrichtung zu absolvieren. Das heißt, in deinen Praxisphasen arbeitest du entsprechend deiner Ausbildungsstätte aktiv in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege, in den Theoriephasen lernst du allgemeinere Inhalte aus Pflegewissenschaften und -management.

Mehr zum Dualen Studium

Wer schon vor Aufnahme einer ersten pflegerischen Tätigkeit weiß, dass es beruflich in eine dieser Fachrichtungen gehen soll, ist sogar gut darin beraten, schon vor dem Studium eine entsprechende Ausbildung zu machen (oder eben parallel mit einem dualen Studium). Viele Pflegestudenten haben vor dem Studium eine Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft gemacht. Das ist auch der Grund, warum es sehr viele berufsbegleitende Pflegestudiengänge gibt – sie richten sich an Pflegefachkräfte, die sich mit einem akademischen Studium weiterqualifizieren wollen, ohne dabei den Beruf aufgeben zu müssen. Aber auch für Vollzeitstudiengänge ist eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitswesen häufig Grundvoraussetzung für die Studienzulassung.

Mehr zum berufsbegleitenden Studium

Was ist Psychiatrische Pflege?

In der Welt der Pflege ist auch häufig von "Psychiatrischer Pflege" die Rede. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine eigenständige Berufsausbildung, sondern vielmehr um eine Zusatzqualifikation von Pflegefachkräften, die sich mit psychiatrischer Pflege in Form einer Weiterbildung (→ Weiterbildung Psychiatrische Pflege / Gerontopsychologie) oder eines Studiums (→ Studium Psychiatrische Pflege) auseinandergesetzt haben.

Eine der Kernaufgaben der psychiatrischen Pflege ist es, den pflegebedürftigen Personen zu helfen in einer psychischen, physischen sowie sozialen Balance zu bleiben oder eine neue zu finden (zum Beispiel, wenn die Person mit einer Behinderung leben muss). Die Planung der psychiatrischen Pflegemaßnahmen richtet sich nach den Ressourcen und Problemen des Patienten, was bedeutet, dass eine jeweils individuelle Pflege durchgeführt wird, die durchdacht, geplant und ausgewertet werden muss.

Die ambulante psychiatrische Pflege soll dazu beitragen, dass psychisch kranke Menschen ein würdiges, eigenständiges Leben in ihrem gewohnten Lebensumfeld verbringen können. Durch die Pflege vor Ort soll das Umfeld involviert und die soziale Integration sichergestellt werden. Dazu zählt ebenfalls die Arbeit mit den Angehörigen, die in die Behandlung involviert und dadurch entlastet werden sollen. Eine ambulante psychiatrische Pflege kann regelmäßige, belastende Klinikaufenthalte vermeiden und Behandlungsabbrüche vorbeugen.

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